Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

Forschung statt Fabeln: Wissenschaftliche Studien zu Angriffen von Wölfen auf Menschen geben Orientierung

Seit der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland erhitzt das Thema „Wolf“ die Gemüter. Die Meinungen und Einstellungen ihm gegenüber gehen auseinander. Während die einen seine Rückkehr als Erfolg des Natur- und Artenschutzes feiern, betrachten andere die steigende Zahl an Wölfen und Angriffen auf Nutztiere mit großer Besorgnis.

Angriffe vermeiden

Generell gehen Wölfe dem Menschen eher aus dem Wege. Junge Wölfe können neugieriger sein und sich erst später zurückziehen. Der NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) rät: Sollte man trotzdem einem Wolf im Wald begegnen, sollte man keinesfalls weglaufen, sondern stehen bleiben und beobachten. Wer sich unwohl fühlt, kann einen Wolf leicht vertreiben, indem man ihn laut anspricht, in die Hände klatscht oder mit den Armen winkt. Und vor allem sollte man nicht versuchen, ihn anzufassen oder zu füttern. Hunde sollten in bekannten Wolfsgebieten möglichst nah am Mensch bleiben, denn ein freilaufender Hund kann vom Wolf als Reviereindringling angesehen und vertrieben werden. Nutztiere können durch spezielle Zäune und gut ausgebildete Hunde geschützt werden.

Das Thema „Wolf“ wird in den Medien oft emotional diskutiert. Sein Ruf, der ihm aus Mythen und Märchen vorauseilt, hilft seinen Gegnern dabei, die Angst vor diesen Wildtieren zu schüren. Nach über 100 Jahren Abwesenheit aus Deutschland müssen wir erst wieder lernen, mit den Wölfen zu leben.

Ein gutes Wildtiermanagement kann wie ein unabhängiger Richter dabei helfen, einen Kompromiss zwischen den Bedürfnissen beider Seiten - Mensch und Wildtier - zu finden. Es beruht nicht auf Emotionen, sondern auf wissenschaftlichen Fakten. Die Basis für sinnvolle Entscheidungen bilden umfassende Studien, die das Ausmaß der wirtschaftlichen Verluste und die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen für Haus- und Nutztiere neutral zu bewerten. Solche neutralen Studien gibt es in Deutschland bisher noch zu wenig. Die Angriffe von Wölfen auf Menschen sind hingegen besser untersucht.

Die NINA-Studie (Norwegisches Institut für Naturforschung) hat zwischen 2002 und 2020 weltweite Wolfsangriffe ausgewertet.  Das Ergebnis: In Europa gab es trotz einer steigenden Zahl an Wölfen, keine tödlichen Angriffe auf Menschen in den vergangenen 18 Jahren. Im Vergleich dazu starben in den letzten zehn Jahren allein in Westeuropa mehr als 80 Menschen durch einen Blitzschlag. Tödliche Angriffe von Wölfen auf Menschen sind weltweit äußerst selten; zumeist sind Krankheiten wie Tollwut die Ursache.

Die Positionen der unterschiedlichen Anspruchsgruppen gehen vor allem in der Frage nach dem Abschuss von Wölfen sehr weit auseinander. Während die einen Wölfe in das Jagdgesetz aufnehmen wollen, weil sie der Meinung sind, die Bestände vermehren sich unkontrolliert, legen andere Studien nahe, dass der Abschuss einzelner Tiere die Zahl der Nutztierverluste nicht nachweislich verringert.

Studien über die Nahrung von Wölfen in Deutschland relativieren außerdem die Zahl der gerissenen Nutztiere. Laut einer Studie des Senckenberg-Forschungsinstituts in Görliz, das zwischen 2001 und 2019 rund 9.000 Kotproben von Wölfen in Deutschland untersuchte, machten Nutztiere nur 1,6 % der Nahrung aus.

Öffnungszeiten

Heute, 7. Januar
9:00 - 16:30 Uhr
Letzter Einlass: 15:30 Uhr
Öffnungszeiten

Fütterungen & Trainings

  • Panda-Talk 11:00 Uhr
  • Orang-Utans/Bonobos 13:30 Uhr
Alle Fütterungen

Plan

Plan