Drei Fragen an…

...Stefan Schomann

Die Zoologischen Gärten von Berlin dürfen sich über eine wachsende Zahl an Menschen freuen, die die Bedeutung unserer Arbeit erkannt haben und mit uns für ein gemeinsames Ziel kämpfen: den Erhalt der Artenvielfalt auf unserem Planeten. An dieser Stelle möchten wir mit einigen von Ihnen ins Gespräch kommen und erfahren, was sie antreibt, warum sie uns unterstützen und was sie mit ihrem Patentier in Zoo, Tierpark oder Aquarium Berlin verbindet. Diesmal sprechen wir mit Schriftsteller Stefan Schomann. In seinem neuen Buch „Auf der Suche nach den wilden Pferden“ (erschienen bei Galiani Berlin) begibt er sich auf die Suche nach den Przewalskipferden und berichtet auch von den Berliner Wildpferden, die durch die mongolische Steppe galoppieren.

Redaktion: Was verbindet Sie mit dem Tierpark Berlin? Welche Rolle spielen Zoos in Ihrem aktuellen Buch?

Der erste Besuch war noch in den achtziger Jahren, nach der Wende kam ich dann häufiger. Der Tierpark besaß etliche spannende Arten aus Ost- und Mittelasien, die es in westdeutschen Zoos nicht zu sehen gab. Ich selbst bin mit München-Hellabrunn großgeworden. In meinem Buch gehe ich dieser kindlichen Faszination für Zoologische Gärten auf den Grund, als Orte des Wissens wie als Orte der Magie. Und natürlich steht die Geschichte der Przewalskipferde exemplarisch für ihre Funktion als Arche Noah und für die geglückte Rettung einer Art.

Redaktion: Woher kommt Ihre Faszination für die Przewalskipferde?

Die kurze Antwort: Sie haben mich ganz offenbar verhext. Die etwas längere Antwort: Für einen Schriftsteller bieten sie einen herrlich ergiebigen Stoff. Sie verbinden Europa und Asien, sie erzählen unendlich viel über unser Verhältnis zur Natur, und ehe man sich’s versieht, hat man auch noch die halbe Menschheitsgeschichte am Wickel.

© International Takhin Group

Redaktion: Die Suche nach den wilden Pferden hat Sie vom Isartal bis in die Gobi und von Lascaux bis nach Tschernobyl und Askania Nova geführt. Was wissen Sie über die Tiere, die sich aktuell in Kriegsgebieten in der Ukraine befinden?

Die Pferde in Tschernobyl leben völlig frei und autark in einem großen Gebiet. Theoretisch könnten einzelne Tiere auf eine Mine treten, sonst sehe ich derzeit keine akute Bedrohung. Das größere Problem ist die Waldbrandgefahr. Die Überwachung, die Feuerwehr, der Brandschutz durch Schneisen und Wasseranschlüsse – diese ganze Infrastruktur ist durch den Krieg lahmgelegt und teilweise zerstört worden. Wenn es jetzt großflächig brennt, würde die im Boden gebundene Radioaktivität freigesetzt werden – das könnte dann für Mensch und Tier fatale Folgen haben.

Askania Nova liegt im Hinterland der Krim und steht jetzt unter russischer Besatzung. Es gibt dort einmal einen herkömmlichen Zoo, und um den ist es schlecht bestellt. Es fehlt an Futter und Medikamenten, die Versorgungswege sind abgeschnitten, und die gesamten Einnahmen fallen weg. Geldspenden können aber wohl noch transferiert werden. In dem sich anschließenden großen Steppenpark, dem Vermächtnis des genialen Tier- und Naturfreundes Friedrich Falz-Fein, sieht es etwas besser aus. Auch dort leben die Przewalskipferde weitgehend autark, nur im Winter muss etwas zugefüttert werden. Insgesamt mache ich mir um die Pferde keine allzu großen Sorgen. Sie sind Überlebenskünstler, sie haben bisher noch alle Zumutungen der Weltgeschichte überstanden. Die Menschen dort sind schlimmer dran.

GEMEINSAM SIND WIR STARK!

Wir setzen wir uns für jene Schutzbedürftige ein, deren Schicksal in dieser Situation manchmal in Vergessenheit gerät. Auch die Wild- und Haustiere in der Ukraine sowie die Menschen, die jene trotz Kriegsgeschehen versorgen, benötigen unsere Unterstützung. Wir bleiben auch weiterhin mit den Kolleg*innen in der Ukraine in Kontakt um die Bedürfnisse im Kriegsgebiet abzustimmen.

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