BEE CAREFUL

Warum wir ein Herz für Insekten haben

Die Insekten werden weniger. Keine lästigen Wespen, die am Obstkuchen knabbern, keine nervigen Fliegen, die die Autoscheibe verdrecken, keine ärgerlich juckenden Mückenstiche in lauen Sommernächsten – klingt doch eigentlich prima. Doch eine Welt ohne Insekten hätte für uns Menschen dramatische Folgen. Denn Insekten sind überlebenswichtig für uns. Sie sind das Herz für wichtige ökologische Prozesse: Sie ernähren uns und räumen hinter uns auf.

Der Grund für den Rückgang ist unter anderem die industrielle Landwirtschaft mit Monokulturen und dem Einsatz von Pestiziden.

BEE Friendly

Bienen zählen zu den Top-Bestäubern: Sie suchen viele verschiedene Blumenarten auf, um Nektar und Pollen zu sammeln - ganz nebenbei bestäuben sie dabei die Pflanzen. Mehr als 80 % aller Wild- und Nutzpflanzen werden durch die fleißigen Helferlein vermehrt. Nach Rind und Schwein zählen Bienen somit zu den wichtigsten Nutztieren. Stellen wir uns eine Welt ohne die wichtigen Bestäuber vor: Es gäbe weder Obst noch Gemüse, also auch keinen Kaffee, keine Schokolade und auch keinen Kirschkuchen im Sommer. Fällt die Bestäubung weg, brechen die die Ernteerträge um bis zu 90% ein; neben einer generellen Nahrungsknappheit gehen mit dem Insektensterben auch Mangelerscheinungen an Proteinen, Vitaminen und Eisen für Mensch und Tier einher. Darüber hinaus helfen Insekten dabei Bäume, Blätter und tote Tiere zu zersetzen. Die Folgen des Insektensterbens sind hier unvorstellbar: Ohne Insekten wäre die Welt voller Kot-Haufen und toter Tiere!

BEE Keeping

Bei der Bieneninsel im Zoo Berlin gewinnt man einen spannenden Einblick in die Welt der Bienen via live-Schalte des Bee-TV und erfährt allerhand Interessantes über die kleinen Flugkünstler. Man kann mit etwas Glück sogar unseren Zoo-Imkern bei der Arbeit zuschauen. Im zentralen Teil der Bieneninsel befinden sich drei ausgewachsene „Wirtschaftsvölker“, sowie einen Brutableger, der in diesem Jahr gezogen wurde. Als „ausgewachsen“ gilt ein Volk, wenn es mindestens ein Jahr alt ist, also einen Winter überstanden hat. Tierpfleger und Zoo-Imker Matthias Mende kümmert sich liebevoll um die Zoo-Bienenvölker und gibt uns einen Einblick in seine wichtige Arbeit an den Bienenwaben.

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    Imkern will gelernt sein

    Matthias Mende liegt das Imkern im Blut, denn bereits sein Großvater ist Imker. Matthias begleitete ihn bei der Arbeit am Bienenstock schon zu Kindertagen.

    Liebe Herr Mende, was haben Sie heute bei den Bienen gemacht?

    Heute habe ich eine normale Durchsicht unserer Bienenvölker gemacht. Durchsicht heißt, ich habe kontrolliert, wie der allgemeine Zustand der Völker ist, wie viel Honig noch da ist und wie der Brutzustand ist; wir befinden uns im letzten Drittel des Bienenjahres. Man kann sich das wie einen wöchentlichen Check-up im Inneren des Bienenvolkes vorstellen.

    Und wie sieht es aus im Bienenstock? Können Sie uns etwas mehr darüber erzählen, was sie gesehen haben?

    Ich ziehe bei der Durchsicht Wabe nach Wabe raus und schaue mir diese ganz genau an - die vorderste und hinterste Wabe im Brutraum ist meist mit Honig belegt, welchen die Tiere als Futter und in der Aufzucht benutzen.  Je weiter ich mich vorarbeite, konnte ich verdeckelte Brut, Maden kurz nach dem Schlupf bis hin zu kleinen fetten weißen weiterentwickelten Maden erkennen. Auch Eier waren noch da. Je weiter wir zur Mitte kommen umso größer wird in der Regel das Brutnest. Hier habe ich dann auch die Königin entdeckt- mit einem weißen Klecks und der Zahl 16 markiert. Jetzt zum Ende des Jahres gibt es keine männlichen Bienen, sog. Drohen, mehr. Diese haben nur eine Aufgabe bei den Bienen: die Fortpflanzung. Im Spätsommer kommt es zur Drohnenschlacht, hierbei drängen die Arbeitsbienen die Drohnen ab und lassen sie nicht mehr in die Bienenbeute. Es überwintern nur die weiblichen Tiere, diese werden demnach auch als älter als die Männchen.

    Welche Sorte Honig wird im Zoo geerntet und wie lange dauert es vom Aufstellen der Holzbeute bis zum ersten Glas Honig?

    Wir ernten verschiedene Sorten von Honig, übers Jahr verteilt. Die Honigernte ist an die Jahreszeiten gebunden, im Frühling erntet man die Frühtracht. Das heißt, die Bienen fliegen im Frühjahr, das an, was gerade blüht, in der Regel sind es Rosengewächse, Obstgehölze usw. Je nachdem wie das Wetter mitspielt, kann man hier schon die erste Ernte einfahren und dann kann ein Honigraum auch schon mal nach zwei Wochen voll und mit 20-22kg Honig gefüllt sein. Nach den Frühblühern kommt die Robinie, sie stellt normalerweise die zweite Ernte da. In den letzten Jahren war es aber so, dass die Frühtracht und die Robinie zusammen geblüht haben, das liegt an dem sich verändernden Klima. Im Juli-August kommt dann die Lindenernte (Sommer-, Winter- u. Silberlinde), das ist bei uns die letzte wirklich große Trachtquelle im Jahr und in der Regel die letzte Ernte. Man kann bei starken Völkern und guten Trachtquellen einen Zentner Honig pro Volk erwirtschaften. Wir haben dieses Jahr ca. 115-120 kg Honig geerntet. Wenn die Blattlauspopulation nach der Lindenernte stark ansteigt, kann man noch den sogenannten Blatthonig ernten, die Blattlaus ernährt sich vom Pflanzensaft der Linde und produziert eine zuckerhaltige Ausscheidung, den die Biene sammelt und einträgt.

    Was kann man zuhause tun, um Bienen zu schützen und zu unterstützen?

    Wichtig sind insektenfreundliche Lebensräume, wie naturbelassene Blühinseln im heimischen Garten oder insektenfreundliche Pflanzen auf Balkon oder Fensterbrett. Auch ein Insektenhotel – wenn es richtig gemacht ist – bietet Zuflucht und Unterschlupf für die Tiere. Ebenso wichtig ist die Kaufentscheidung der Kunden: Beim Kauf von nachhaltig produzierten Lebensmitteln und naturbelassenem Honig wird er den Verzicht auf Agrochemikalien und Pestiziden unterstützt.

    Pssssssst…natürlich hat der Zoo sich den Tipps von unserem Profi angenommen. Daher finden sich auf dem 33 Hektar großen Areal des Zoo Berlin sämtliche bunte Blühinseln für Hummel, Bienen, Schmetterlinge & Co. Halten Sie beim nächsten Zoo-Besuch gerne mal die Augen auf und beobachten Sie die Tiere beim Bestäuben – und am besten danach beim Anflug der Bienenvölker an der Bieneninsel.

    Öffnungszeiten

    Heute, 2. Oktober
    9:00 - 18:00 Uhr
    Letzter Einlass: 17:00 Uhr
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    Fütterungen & Trainings

    • Unsere tierischen Bewohner sind satt. Es finden heute keine weiteren Fütterungen statt.
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    Hardenbergplatz 8, 10787 Berlin

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