Kirindy

Die Zoologischen Gärten Berlin unterstützen den Erhalt des Kirindy-Waldes auf Madagaskar.

Projektinfo

  • Projektpartner

    Chances for Nature

  • Tierart

    Diverse

  • Bedrohungsstatus laut IUCN

    Diverse

  • Einsatzort

    Menabe Region, südwestliches Madagaskar

  • Größte Bedrohung durch

    Lebensraumzerstörung und illegale Jagd

  • Lösungsansatz

    Schaffung von nachhaltigen Alternativen für Ernährung und Feuerholz

Heimat von Mungo, Lemuren und Co.

Madagaskar ist bekannt für seine einzigartige Tierwelt. Die 60.000 ha großen Trockenwälder der Menabe Region zählen zu den größten Trockenwäldern der Erde.  Die Zoologischen Gärten Berlin engagieren sich für den Erhalt des Kirindy-Trockenwaldes innerhalb des Menabe-Antimena-Naturschutzgebietes. Dieses 12.500 ha große Gebiet beheimatet 41 Säugetierarten und 149 Vogelarten. Darüber hinaus leben dort 54 Reptilien-, 15 Amphibien- und unzählige Insektenarten. Viele von ihnen kommen nur auf Madagaskar und an keinem anderen Ort auf der Welt vor. Umso wichtiger ist die Rettung dieses Lebensraumes. Einige dieser stark gefährdeten Arten wie Schmalstreifenmungo, Blauaugenibis oder Lemuren sind als Botschafter ihrer bedrohten Heimat auch im Zoo und Tierpark Berlin vertreten.

Schutz eines einzigartigen Lebensraumes

Zusammen mit dem Projektpartner Chances for Nature engagieren sich die Zoologischen Gärten Berlin im Kirindy-Trockenwald. Tief eingebettet in den Kirindy-Wald liegt die Feldstation des Deutschen Primatenzentrums Göttingen, mit dem Chances For Nature eng zusammenarbeitet. Die Station ist Ausgangspunkt vieler Forschungsprojekte, beispielsweise zum Vorkommen und der Verbreitung unterschiedlicher Lemurenarten.

Armut als Bedrohung für Mensch und Tier

Seit dem Jahr 2015 steht Kirindy offiziell unter Schutz, das heißt: Die illegale Jagd und die Abholzung der Wälder sind hier verboten. Dennoch ist von 2009 bis 2018 die Entwaldungsrate nachweislich stark angestiegen. Der Grund: Die lokale Bevölkerung lebt oftmals in sehr schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen. Geringe Verfügbarkeit von frischem Trinkwasser, schlechte Ernten und der erschwerte Zugang zu Bildung drängen die Menschen immer weiter in die verbliebenen Wälder, wo sie Feuerholz und tierische Nahrung finden. Ihre Not lässt das Verbot und die Konsequenzen bei Missachtung in den Hintergrund treten. Diese Situation stellt eine unmittelbare Bedrohung nicht nur für die Bevölkerung, sondern auch für die letzten intakten Trockenwaldgebiete Madagaskars dar.

Nachhaltige Alternativen ermöglichen

Gemeinsam mit der betroffenen Bevölkerung entwickelt Chances for Nature alternative Nutzungsmöglichkeiten der vorhandenen Ressourcen und sensibilisiert die Menschen so für den Schutz dieses einzigartigen Lebensraumes. Vor Ort werden Familien beispielsweise bei der Zucht von Hühnern als Alternative zur Jagd auf wildlebende Tiere wie Lemuren unterstützt. Mit Hühnerhaltung und -zucht können nicht nur alternative Proteinquellen erschlossen, sondern mit dem Verkauf von Eiern und Hühnerfleisch auch zusätzliche Einnahmequellen etabliert werden.

Auch die Nutzung von energieeffizienten Öfen reduziert den Verbrauch von Feuerholz bei gleichbleibender Effizienz. Somit wird dem Wald weniger Feuerholz entnommen und durch die Aufforstung von besonders stark betroffenen Gebieten gibt es eine Chance auf langfristigen Erfolg.

Ausblick

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass eine dauerhafte Präsenz der Forscher*innen im Kirindy-Wald, verbunden mit Aufklärungsarbeit, positive Effekte auf den Schutz des Waldes und seiner tierischen Bewohner haben. Das zentrale Ziel muss sein, der lokalen Bevölkerung einen alternativen Lebensstil zu ermöglichen, der mit dem Schutz der Natur in Einklang zu bringen ist, ohne die Menschen in der mitunter schwierigen humanitären Lage noch weiter einzuschränken.

Fotos: © Chances for Nature

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Heute, 4. Dezember
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  • Unsere tierischen Bewohner sind satt. Es finden heute keine weiteren Fütterungen statt.
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