Grévy-Zebra

Der Zoo Berlin unterstützte den Aufbau einer Streifen-Datenbank zur Identifizierung einzelner Zebras in Kenia.

Projektinfo

  • Name des Projekts

    Streifen-ID-Datenbank für Grévy-Zebras

  • Tierart

    Grévy-Zebra (Equus grevyi)

  • Bedrohungsstatus laut IUCN

    Stark gefährdet (EN)

  • Einsatzort

    Kenia

  • Größte Bedrohung durch

    Verlust des Lebensraumes durch Viehwirtschaft, Jagd

  • Lösungsansatz

    Verbesserung der Bestandskontrolle

Bedrohungsstatus laut IUCN

Zebrastreifen in Berlin

Die einst unter dem Namen Tigerpferd bekannten Zebras erhielten ihren heutigen Namen im Jahr 1882, als der Kaiser von Äthiopien dem damaligen französischen Präsident Jules Grévy ein Tier schenkte. Im Zoo Berlin leben seit 1881 Zebras, Grévy-Zebras sind seit 1957 im Zoo zu bewundern. Das Grévy-Zebra hat im Vergleich zu anderen Zebra-Arten ein sehr enges schwarz-weiße Streifenmuster. Dabei sind die Zebrastreifen bei jedem Tier so individuell wie ein menschlicher Fingerabdruck – kein Fellmuster existiert zwei Mal auf der Welt.

Zuhause am Horn von Afrika

Grévy-Zebras, die auch für ihre auffällig großen Ohren – die sogenannten Tütenohren – bekannt sind, lebten einst in den Steppen und Savannen Ostafrikas. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet erstreckte sich über weite Teile des Horns von Afrika von Kenia über Somalia und Äthiopien und soll bis nach Djibouti und Eritrea gereicht haben. Heute sind sie nur noch in Kenia und einem winzigen Teil Äthiopiens zu finden. In den 1970er Jahren lag ihr Bestand bei mehr als 15.000 Tieren. Heute sind es weniger als 2000 Individuen in fortpflanzungsfähigem Alter.

Konkurrenz mit Haustieren

Laut der Roten Liste der IUCN gilt das Grévy-Zebra als stark gefährdet. Die größte Bedrohung der Grévy-Zebras ist der Verlust ihres Lebensraumes durch die Ausbreitung von Viehherden mit denen sie um Nahrung und Wasser konkurrieren. In den 1970er Jahren war die Jagd auf das begehrte Fell des Zebras eine der Hauptursachen für den massiven Rückgang der Bestände. Auch heute ist die Jagd für Fleisch oder aus medizinischen und kulturellen Gründen die zweitgrößte Bedrohung der Art. Die regelmäßige Kontrolle des Bestands ist elementar für die Einschätzung der aktuellen Gefahr für die Art.

Hilfe vom tierischen Barcode-Scanner

Nur anhand einer aktuellen Zahl an Individuen können Veränderungen im Verbreitungsgebiet schnell erkannt und analysiert werden. Doch die Zählung von Zebras ist keine leichte Aufgabe. Die seltenen und scheuen Tiere lassen sich am besten durch Kamerafallen beobachten, zählen und kartographieren. Gemeinsam mit dem Marwell Zoo in England unterstützte der Zoo Berlin den Aufbau einer komplexen Datenbank zur Identifizierung der einzelnen Zebra-Individuen anhand ihres charakteristischen Streifenmusters. Mit Hilfe dieser Datenbank kann ermittelt werden, wie gesund und tragfähig die Population von Grévy-Zebras tatsächlich ist.

Archen als letzte Rettung

Neben der Unterstützung der Bestandsforschung in der Wildbahn, helfen Zoo und Tierpark Berlin auch noch auf andere Weise bei der Rettung der Grévy-Zebras. Da die Anzahl der Tiere in Afrika auf ein bedrohliches Maß sank, haben Zoos aus fast 30 verschiedenen Ländern eine Reservepopulation außerhalb des natürlichen Lebensraumes aufgebaut. Diese umfasst rund 500 Individuen in mehr als 100 Einrichtungen. Das Internationale Zuchtbuch der Grévy-Zebras wird durch den Marwell Zoo geführt. Die Schutzmaßnahmen haben in den letzten Jahren zu einer leichten Erholung der Wildbestände geführt.

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