Schaumbad mit Wackelöhrchen

Erstes Bad beim stark gefährdeten Zwergflusspferd-Nachwuchs im Zoo Berlin

  • Zwergflusspferd-Nachwuchs
  • Zwergflusspferd-Nachwuchs

    Die kleinen Öhrchen wackeln aufgeregt hin und her, es schäumt gewaltig auf der speckigen Haut und die kleinen Füßchen tapsen in der Wasserpfütze: Das erste Bad beim putzigen Zwergflusspferd-Nachwuchs ist für alle Beteiligten ein einmaliges Erlebnis

    Täglich genießt das inzwischen mehr als 10 Tage alte weibliche Jungtier seine Pflegedusche mit dem Tierpflege-Team. Doch dabei geht es nicht um Kuscheleinheiten, denn das wiederkehrende Duschprogramm ist wichtig für die Hautpflege des kleinen Hippos. Das natürliche Habitat befindet sich in den Regenwäldern Westafrikas. Die Tierart verbringt zwar weniger Zeit im Wasser als die großen Verwandten Ostafrikas, trotzdem ist das kühle Nass von wichtiger Bedeutung für die Dickhäuter. Da die klimatischen Bedingungen in der „Hippo Bay“ nicht ganz identisch mit denen in Westafrika sind, hilft das Hippo-Team nach, um die empfindliche Haut vor dem Austrocknen zu schützen. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein Schaumbad mit künstlicher Seife entpuppt sich schnell als ganz natürlicher Hippo-Badezusatz: Zwergflusspferde produzieren auf ihrer Haut ein schleimiges Sekret, welches die Tiere unter anderem vor Sonneneinstrahlung schützt. Die tägliche Dusche sorgt beim Jungtier dafür, dass die spezielle Hippo-Sonnencreme sichtbar wird: Das Sekret schäumt weißlich auf.

    Trotz Vorliebe fürs kühle Nass, sind Zwergflusspferde keine großen Schwimmweltmeister. Ganz im Gegenteil: Sie stoßen sich am Boden ab und bewegen sich gleitend durch das Wasser. Somit wird es auch für das kleine Zwerg-Hippo noch einige Zeit dauern, bis es groß und kräftig genug ist, um die Anlage mit den großen Schwimmbecken selbstständig zu erkunden. „Unsere Zoo-Gäste müssen sich also leider noch eine Weile gedulden, bis sie das Kleine besuchen können. Wir freuen uns aber schon einmal sehr, dass das Zwergflusspferd sich so hervorragend entwickelt. Zwergflusspferde sind laut Roter Liste der IUCN in ihrem natürlichen Lebensraum stark gefährdet“, berichtet Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „Dank Mutter Debbies nahrhafter Milch bringt das Jungtier inzwischen bereits über 7 kg auf die Waage.“

    Hintergrund

    Bereits 1921 gelangt dem Zoo Berlin die europäische Erstzucht der stark gefährdeten Tierart. Zwerghippo-Mutter Debbie hat selbst bereits in den Jahren 2004, 2007 und 2008 erfolgreich Jungtiere aufgezogen. Zwergflusspferd-Vater Tobi ist an der Jungenaufzucht nicht beteiligt. Zwergflusspferde sind scheue Einzelgänger und haben feste Reviere. Laut der International Union for Conservation of Nature (IUCN) gibt es im natürlichen Lebensraum in Westafrika nur noch weniger als 2500 ausgewachsene Zwergflusspferde – Tendenz sinkend. An der Elfenbeinküste, in Guinea, Liberia und Sierra Leone gibt es die scheuen Wald- und Sumpfgebiet-Bewohner noch. In Nigeria sind sie bereits ausgestorben. Ihre größte Bedrohung ist der Mensch – er ist für den Verlust ihres Lebensraumes durch Rodung der Wälder für Bergbau und landwirtschaftliche Nutzung verantwortlich.

    Öffnungszeiten

    Heute, 19. April
    9:00 - 18:30 Uhr
    Letzter Einlass: 17:00 Uhr
    Öffnungszeiten

    Fütterungen & Trainings

    • Panda-Talk 11:00 Uhr
    • Elefanten 11:30 Uhr
    Alle Fütterungen

    Plan

    Plan