Schmackhafte Überraschung für zwei Berliner Publikumslieblinge: Anlässlich ihres zweiten Geburtstages wurden die Panda-Zwillinge Leni und Lotti im Zoo Berlin mit einer besonderen Eistorte überrascht. Auf dem Klettergerüst der großen Panda-Außenanlage wartete pünktlich zur Frühstückszeit die mit Rote-Bete- und Karottensaft eingefärbte Torte auf die beiden Jungtiere. Lange blieb sie nicht unversehrt, denn die beiden Panda-Zwillinge machten sich mit sichtlicher Begeisterung über die eisige Geburtstagsüberraschung her.
Seit ihrer Geburt am 22. August 2024 haben die beiden Schwestern eine beachtliche Entwicklung durchlaufen. Aus den gerade einmal 169 beziehungsweise 136 Gramm leichten Neugeborenen sind inzwischen stattliche Große Pandas geworden. Leni wiegt mehr als 70 Kilogramm, Lotti rund 61 Kilogramm. Dabei hat sich das Gewichtsverhältnis der beiden im Laufe ihrer Entwicklung sogar umgekehrt. Während Lotti zunächst schwerer war, bringt heute Leni mehr auf die Waage. Zum Vergleich: Mutter Meng Meng (13) wiegt als ausgewachsenes Panda-Weibchen rund 85 Kilogramm. Auch im täglichen Miteinander lassen sich bei den beiden Jungtieren einige Unterschiede beobachten. Lotti entwickelt sich zum Bambus-Leckermäulchen und zeigt sich auch beim Medical Training ausgesprochen motiviert. Dabei trainieren die beiden mit ihrem Pflege-Team unter anderem die Abläufe für Blutabnahmen und Zahnkontrollen. Leni hat auf diese Übungen deutlich weniger Lust, ist dafür verschmuster und sucht häufiger die Nähe ihrer Mutter. Auch bei der Frage, ob es drinnen oder draußen wohl schöner ist, gehen die Meinungen der Zwillinge auseinander. „Leni und Lotti sind inzwischen deutlich selbstständiger geworden und entwickeln sich Schritt für Schritt zu eigenständigen jungen Großen Pandas. Gleichzeitig ist die enge Mutter-Jungtier-Beziehung weiterhin gut zu beobachten. Noch immer suchen beide Schwestern regelmäßig die Nähe von Meng Meng und wollen mit ihr spielen“, berichtet Panda-Kurator Dr. Florian Sicks. Leni und Lotti werden beide noch immer von Meng Meng gesäugt. Lotti, die schmalere der beiden, bekommt täglich noch 100 Milliliter Milch. Die Menge wird bis Anfang September jedoch schrittweise reduziert. Bei der Aufzucht von Panda-Zwillingen ist die zusätzliche Milch besonders wichtig, da sich eine Panda-Mutter im natürlichen Verbreitungsgebiet in der Regel auf die Versorgung eines Jungtiers konzentriert. Mit zunehmender Selbstständigkeit und wachsendem Appetit auf feste Nahrung kann die Milchzufütterung nach und nach abgesetzt werden. Auch auf dem Speiseplan der Berliner Panda-Schwestern nimmt Bambus bereits einen immer größeren Platz ein – ergänzt durch spezielle Panda-Kekse nach chinesischem Rezept. Die kleinen Leckerbissen werden unter anderem aus verschiedenen Mehlsorten und Süßkartoffeln hergestellt. „Vor zwei Jahren passten Leni und Lotti noch in unsere Hände, heute bringen die beiden zusammen mehr als 130 Kilogramm auf die Waage. Die Entwicklung der beiden zu begleiten, ist für unser gesamtes Team etwas ganz Besonderes. Als echte Berlinerinnen haben sie längst viele Fans in der Stadt gefunden. Gleichzeitig sind sie Botschafterinnen für eine Tierart, deren Schutz nur durch internationale Zusammenarbeit gelingen kann. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass im natürlichen Lebensraum weniger als 2.000 Große Pandas leben“, betont Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem.
Große Panda Jungtiere beginnen sich ab einem Alter von etwa zweieinhalb Jahren allmählich von ihrer Mutter zu lösen. Bei Leni und Lotti sind entsprechende Anzeichen derzeit noch nicht zu beobachten und die kleine Pandafamilie bleibt weiterhin zusammen. Wann Leni und Lotti Berlin verlassen, ist in erster Linie von den Tieren abhängig und steht aktuell noch nicht fest.
Hintergrund: Die Berliner Panda-Geschichte
Seit Sommer 2017 leben im Zoo Berlin Deutschlands einzige Große Pandas. Am 5. Juli 2017 wurde der Panda Garden im Beisein der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel und des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping feierlich eröffnet. Am 31. August 2019 brachte Meng Meng erstmals Nachwuchs zur Welt. Mit Pit und Paule wurden im Zoo Berlin die ersten Großen Pandas geboren, die jemals in Deutschland zur Welt kamen. Im Dezember 2023 kehrten die beiden Brüder nach China zurück und leben seitdem in der Chengdu Panda Base. Am 22. August 2024 folgte mit der Geburt von Leni und Lotti der zweite Panda-Nachwuchs. Die deutschen Namen Leni und Lotti haben einen besonderen Berlin-Bezug: Leni ist eine Hommage an die in Schöneberg geborene Marlene Dietrich, Lotti erinnert an den benachbarten Bezirk Charlottenburg.
Der Große Panda gilt auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN weiterhin als gefährdet. Dank intensiver Schutzmaßnahmen konnten sich die Bestände zuletzt zwar erholen, dennoch leben weniger als 2.000 Große Pandas in ihrem natürlichen Lebensraum. Der Zoo Berlin ist seit 2017 Teil der internationalen Zusammenarbeit mit der Chengdu Panda Base und weiteren wissenschaftlichen Partnern wie Prof. Thomas Hildebrandt und Dr. Susanne Holtze aus der Abteilung Reproduktionsmanagement am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) und Wildtier-Endokrinologin Dr. Jella Wauters. Die erfolgreiche Aufzucht von Leni und Lotti ist damit Teil einer langfristigen Kooperation zum Erhalt dieser hochspezialisierten Tierart.







