Bei den Tieren der Nacht gibt es gleich zweifachen Grund zur Freude: Am 16. Januar 2026 erblickte ein kleiner Wickelbär das Licht der Welt. Die geschickten Kletterer sind in den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas zuhause. Ihr Greifschwanz dient als fünfter Arm und mit ihrer langen Zunge naschen sie besonders gern Nektar und Früchte. Auch im Zoo erkundet der kleine Nachwuchs bereits vorsichtig seine Umgebung. Mit etwas Glück ist der kleine Akrobat für die Gäste im Nachttierhaus zu sehen. Noch zierlicher ist der Nachwuchs bei den Schlankloris, der bereits am 29. Dezember 2025 geboren wurde. Einige Wochen nach der Geburt wurden nun beide Jungtiere beim ersten offiziellen Vet-Check untersucht. Dabei wurde nicht nur die Gesundheit überprüft, sondern auch das Geschlecht bestimmt. Das weibliche Schlanklori-Jungtier brachte 94 Gramm auf die Waage – etwa so viel wie ein durchschnittlicher Berliner Pfannkuchen und ein gesundes Gewicht für einen neun Wochen alten Mini-Primaten. Schlankloris erreichen ausgewachsen zwischen 180 und 300 Gramm und sind nach etwa vier Monate ausgewachsen. Die nachtaktiven Primaten stammen aus Südindien und Sri Lanka und werden von der Weltnaturschutzunion (IUCN) auf der Roten Liste als „stark gefährdet“ gelistet. Ihre größte Bedrohung sind Lebensraumverlust und illegaler Wildtierhandel. Die Wickelbär-Familie freut sich über männlichen Nachwuchs. Zootierärztin Dr. Franziska Sutter zeigt sich von den Wonneproppen begeistert: „Es ist immer ein besonderes Erlebnis, zu beobachten, wie die Kleinsten meiner Patienten gesund heranwachsen und ihre ersten Entwicklungsschritte meistern. Beide Jungtiere haben die tierärztliche Kontrolle erfolgreich absolviert.“ Der Nachwuchs hat noch keine Namen; das Tierpflege-Team wird sich in den kommenden Wochen etwas Passendes überlegen. „Nachwuchs ist immer etwas Besonderes und zeigt, wie lebendig unser Zoo ist“, freut sich Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem über den tierischen Zuwachs: „Im Nachttierhaus herrscht weiterhin Babyboom: „Erst am 27. Februar wurde bei den Großen Bambusratten ein Jungtier geboren – damit steht schon bald die nächste U-Untersuchung an“, verrät Knieriem weiter.
Hintergrund Tiere der Nacht
Durch Evolution haben sich Arten an unterschiedliche ökologische Nischen angepasst. Manche Tiere sind tagsüber und andere nachts aktiv, wodurch sie weniger um Nahrung konkurrieren. Nachtaktive Tiere haben dabei Sinne und Verhaltensweisen, die an die Dunkelheit angepasst sind. Das Nachttierhaus im Zoo Berlin lässt Gäste in eine Welt eintauchen, in der nachtaktive Tiere ihren natürlichen Rhythmus ausleben können. Durch geschickt veränderte Lichtverhältnisse ist es möglich, Tiere zu beobachten, die sich sonst tagsüber meist verstecken. Neben Erdferkeln, Nachtaffen und Senegal-Galagos gibt es hier viele weitere nachtaktive Säugetiere zu bestaunen. Das in den 1970er-Jahren errichtete Nachttierhaus wurde im Rahmen der Umgestaltung des Raubtierhauses modernisiert und im Februar 2022 als Teil des „Reich der Jäger“ wiedereröffnet.

