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Hipp, hipp, hurra – Fatou wird 60 Jahr'

Runder Geburtstag für Gorilla-Dame Fatou.

Mit geschickten Bewegungen langt Gorilla-Dame Fatou nach den Weintrauben und verspeist sie genüsslich. Die Tierpfleger haben sich für ihren Ehrentag mächtig ins Zeug gelegt. Das Ergebnis ist eine hölzerne Geburtstagskarte im Maxiformat mit einer „60“ aus frischen Weidenzweigen. Doch Fatous Interesse gilt ausnahmslos den bunten Leckereien aus Obst und Gemüse, die den Geburtstagsgruß schmücken.

Apfel und Ananas, Banane und Weintrauben – dieser runde Geburtstag wird mit allerhand Köstlichkeiten gefeiert. „Das Festmahl besteht jedoch nicht nur aus süßen Leckerbissen – es sind auch gesunde Vitaminbomben wie Paprika und Karotten mit dabei“, erklärt Zoo- und Tierpark-Direktor Dr. Andreas Knieriem das üppige Festmahl der Gorilla-Seniorin.  „Wir haben den Speiseplan unserer Tiere stets im Blick, genau wie wir Menschen, dürfen Tiere süße Nahrungsmittel nämlich nur gelegentlich genießen“, ergänzt Kurator und Tierarzt Dr. André Schüle.

Fatou gilt mit ihren 60 Jahren als einer der beiden ältesten Gorillas der Welt. Das genaue Alter der Gorilla-Dame ist jedoch unbekannt, denn Fatou kam 1959 durch eine kuriose Geschichte nach Berlin. Nachdem ein trinkfester Matrose den kleinen Gorilla als Zahlungsmittel in einer Gastwirtschaft im französischen Marseille einsetzte, kam das Gorilla-Mädchen Fatou im Gepäck der Gastwirtin in den Berliner Zoo. Das Alter des jungen Menschenaffen wurde damals auf ungefähr zwei Jahre geschätzt, vielleicht war sie damals aber auch schon älter. Seit nunmehr 58 Jahren lebt die Gorilla-Dame im Zoo Berlin und gehört – wie einst Knautschke, Bulette und Co. – zu den prominentesten Bewohnern des Zoos. Mit ihren 60 Jahren ist Fatou übrigens nicht das älteste Tier im Zoo, der Flamingo mit dem passenden Namen Ingo kam 1948 als Jungtier in den Zoo und ist damit mindestens 69 Jahre alt.

Die Gorilla-Dame gehört zu den wenigen Tieren des Zoos, die in freier Wildbahn geboren sind. Die allermeisten Tiere in Zoo und Tierpark wurden in zoologischen Einrichtungen geboren  – Wildfänge gehören heutzutage der Vergangenheit an. Sogar das Gegenteil ist der Fall: „Wir betreiben aktiv Arterhaltungszucht und haben in den letzten Jahren Moorenten, Bartgeier und die – einst fast ausgestorbenen – Przewalski-Pferde erfolgreich ausgewildert“, verkündet Zoo- und Tierpark-Direktor Knieriem.

Westliche Flachland-Gorillas zählen mit einer Körpergröße von bis zu zwei Metern zu den größten Menschenaffen, die heute auf der Erde leben. Ihr Bestand in freier Wildbahn ist jedoch vom Aussterben bedroht, die Zerstörung des Lebensraums und die Jagd haben die Gorilla-Population stark dezimiert. Nur noch knapp 100.000 Tiere streifen in den tropischen Regenwäldern Kameruns, der Zentralafrikanischen Republik, Gabuns und der Republik Kongo umher.