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Endlich schmeckt der Bambus!

Panda-Zwillinge im Zoo Berlin sind auf den Bambus gekommen

Auf seinem Lieblingsplatz hoch oben in den Baumwipfeln sitzt Paule und knabbert – noch etwas unbeholfen – die frischen Bambusblätter vom Stängel. So langsam hat er die reine Muttermilch wohl satt und versucht sich nun mit seinen spitzen Zähnen immer häufiger am grünen Blattwerk. 


Neue Lieblingsspeise Bambus – kalorienarm, immergrün und ganz schön hart zu knacken! Pandas verbringen täglich mindestens zwölf Stunden damit, Bambus zu verputzen. Im Laufe der Evolution haben sich Große Pandas an den Verzehr des schnell wachsenden Süßgrases angepasst. Um die dicken Stangen zu knacken und an das saftige Innere zu gelangen, entfernen sie mit ihren scharfen Zähnen zunächst die harte Rinde. Sie haben zusätzlich eine Art zweiten Daumen – ein verlängerter Handwurzelknochen – entwickelt, mit welchem sie die Bambusstangen optimal greifen können. Ihre Speiseröhre ist sogar mit zusätzlicher Hornhaut versehen, so kratzen sie die scharfkantigen Bambusstücke beim Schlucken nicht. Zum Zermalmen des harten Bambus dienen ihnen ihre breiten Backenzähne, die Beißkraft des Pandas-Gebisses gilt als eine der stärksten im Tierreich.

Noch verputzen lediglich Meng Meng und Jiao Qing größere Mengen des Süßgrases, doch in naher Zukunft werden zwei weitere Pandabären nach frischem Bambus verlangen. Aktuell versorgen die Tierpfleger die Berliner Pandas täglich mit rund 80 kg frischem Bambus aus der gut gefüllten Kühlkammer des Panda Garden. „Pandas schlafen und fressen bekanntlich außerordentlich viel. Wir stellen uns darauf ein, zukünftig etliche Extrarunden mit frischem Bambus drehen zu müssen“, sagt Revierleiter Norbert Zahmel. Rund 99 % ihres Nahrungsbedarfs werden bei ausgewachsenen Pandas mit Bambus gedeckt. Und dabei sind sie auch noch echte Feinschmecker: Nicht mit jeder beliebigen Bambussorte geben sich die schwarz-weißen Bären zufrieden, von den mehr als 1.000 bekannten Bambussorten schaffen es bei Pandas gerade mal 24 Arten auf die Speisekarte. „Einen Großen Panda satt zu bekommen ist gar nicht so einfach. Ihren Bambus lassen wir aus Südfrankreich anliefern, wo er klimatisch bedingt gut wächst“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „Diesen Aufwand betreiben wir für unsere Schützlinge natürlich gerne. Schließlich sind sie wichtige Botschafter für den weltweiten Artenschutz“, ergänzt er.


Aktuell wiegen Pit und Paule jeweils etwa 30 kg. Wenn die beiden mit rund fünf Jahren ausgewachsen sind, werden sie rund 100 kg auf die Waage bringen. Zusätzlich zum Bambus trinken Pit und Paule nach wie vor Muttermilch. So werden sie erst mit anderthalb Jahren gänzlich auf Bambus umstellen. Richtigen Winterspeck müssen die Pandas übrigens nicht anfuttern, im Gegensatz zu anderen Bären halten Pandas keine Winterruhe. Mit ihrem dichten schwarz-weiße Pelz sind die Tiere auch im Winter gut vor Wind und Wetter geschützt.


Hintergrund:

Im Zoo Berlin leben seit Sommer 2017 Deutschlands einzige Große Pandas. Am 31. August 2019 hat Panda-Dame Meng Meng zwei Baby-Pandas (Pit: 186 g und Paule: 136 g) zur Welt gebracht. Der Vater Jiao Qing (9) ist bei der Aufzucht – wie für Große Pandas typisch – nicht beteiligt. Nach der letzten Zählung des weltweiten Bestandes geht man von nur noch etwa 1.864 ausgewachsenen Großen Pandas im natürlichen Lebensraum aus. Daher wird der Panda auf der Roten Liste für bedrohte Arten der Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet eingestuft. Der Zoo Berlin beteiligt sich aktiv an den Artenschutzbemühungen für die Großen Pandas in China. Mit dem jährlichen Beitrag wird Zucht, Schutzmaßnahmen und Wiederauswilderung der Bambusbärenfinanziert. Pate der beiden Pandas Meng Meng und Jiao Qing ist die Berliner Volksbank.