Zoo-News

Ein exotisches Denkmal für Berlin

Der Zoo Berlin plant eine neue Nashorn-Anlage

Postkarte Elefantenhaus um 1920

Am Fuße der indisch anmutenden Pagode fressen urige Panzernashörner in einer exotischen Sumpflandschaft saftige Blätter, während Tapire vor den staunenden Augen der Besucher auf Tauchstation gehen. Im Zoo Berlin wird es zukünftig ein neues Highlight geben. Im Jahr seines 175-jährigen Jubiläums stellt der Zoo Berlin nun sein Denkmal für den Artenschutz vor. Schon im kommenden Jahr starten die Bauarbeiten der „Nashorn Pagode“.

Die bisherigen Anlagen der Panzernashörner und Tapire im Zoo Berlin sind sichtlich in die Jahre gekommen und entsprechen heute nicht mehr den Ansprüchen einer artgerechten und modernen Tierhaltung. Ein Neubau soll dies nun grundlegend ändern und gleichzeitig ein neues Wahrzeichen für den Zoo schaffen. Auf rund 14.000 m² entstehen Anlagen für Panzernashörner, Tapire und Pustelschweine. Zentrum der Anlage wird eine 25 Meter hohe indische Pagode bilden.

Im Inneren des Gebäudes erhalten Nashörner & Co. etwa 520 m² vergrößerte Anlagen mit Naturboden, Badeteich und UV-durchlässigem Foliendach. Die wärmeliebenden Tiere werden sich so auch im Winter über großzügige Freilaufflächen mit genügend Tageslicht freuen dürfen. Die Pagode soll an die 1873 errichtete und im zweiten Weltkrieg zerstörte „Elefantenpagode“ erinnern, die einst in unmittelbarer Nähe zur heutigen Elefanten-Anlage ein bekanntes Stilgebäude des Zoo Berlin darstellte.
Umgeben wird die Pagode von naturnah-gestaltete Außenanlagen. Hohe Gräser und idyllische Wasserläufe sollen im Halbschatten der alten Zoo-Bäume den sumpfigen Lebensraum der tierischen Bewohner nachempfinden. Gleichzeitig werden die Anlagenflächen von bisher 3.247 m² auf über 5.200 m² vergrößert. Die Vergesellschaftung von Panzernashörnern und Pustelschweinen sorgt für zusätzliche Abwechslung. Die Besucher erhalten durch mehrere Panoramascheiben faszinierende Einblicke in den Lebensraum der Tiere. Dabei wird es weltweit erstmalig möglich sein, die indischen Nashörner beim Baden auch unter Wasser beobachten zu können.

„Die Nashorn Pagode ist eine Ode an die Artenvielfalt und den Schutz bedrohter Tierarten. Nach mehrjähriger Planung freuen wir uns nun sehr, schon bald mit dem Bau der Nashorn Pagode beginnen zu können.“, verkündet Zoo- und Tierpark-Direktor Dr. Andreas Knieriem. Mit den neuen Anlagen werden die gesetzlichen geforderten Haltungsanforderungen deutlich übertroffen. „Gleichzeitig folgen wir unserer nunmehr 175-jährigen Tradition und errichten ein Gebäude, welches sich in unserem von Stilgebäuden geprägten Zoo, hervorragend einfügt.“

Der imposante Neubau wird zwischen dem Eingang Löwentor, dem Flusspferdhaus und dem Streichelzoo „Hans im Glück“ entstehen. Die ersten Abrissarbeiten starten dafür bereits Ende des Jahres. 2020 beginnen dann die eigentlichen Bauarbeiten. Die in diesem Bereich bisher untergebrachten Tiere, werden in den kommenden Monaten auf andere Anlagen sowie – Einzelne – in andere Zoos umziehen. Voraussichtlich 2021 soll die Nashorn Pagode eröffnet werden.

Für den Bau der Nashorn Pagode sind insgesamt rund 20 Millionen Euro veranschlagt. Davon werden 10.600.000 € Euro mit reinen Eigenmitteln des Zoos und 9.400.000 € Euro über eine GRW-Förderung finanziert. Wie auch der Panda Garden wird die Nashorn Pagode vom Berliner Architekturbüro dan pearlman Erlebnisarchitektur geplant.