Zoo-News

Die Vögel zwitschern es von den Dächern

Am 30. Juni eröffnet „Die Welt der Vögel“ im Zoo Berlin.

Haben Sie schon mal an einem Schnabelrad gedreht? Oder eine Flugroutenkarte studiert? Der Zoo Berlin lädt seine Besucher ab sofort auf einen spannenden „Rundflug“ durch die Welt der Vögel ein. Interaktive Erlebnisse erwarten die großen und kleinen Forscher auf der abenteuerlichen Reise ins Reich der Federn.

Das 2013 eröffnete Gebäude, dessen graue Betonwände zuvor höchstens Mauersegler beeindrucken konnten, ist kaum wieder zu erkennen. Neue Pflanzen, Licht und viel mehr Platz sorgen für quietschvergnügte Bewohner, bei denen die Umbaumaßnahmen ganz offensichtlich Anklang finden. „Man merkt, dass die Tiere seit dem Umbau viel ausgeglichener sind“, bestätigt Zoo- und Tierpark Direktor Dr. Andreas Knieriem. „Die Vögel haben nun viel mehr Sitz- und Anflugplätze und natürliche Rückzugsmöglichkeiten.“ Und er ist sich sicher, dass auch die Besucher auf die „Welt der Vögel“ fliegen werden.

„Mit seinem neuen Vogelhaus hat der Zoo Berlin für seine Besucher ein neues Highlight und für die Stars dieser Anlage eine Bühne zu bieten, die ihnen gerecht wird“, bestätigt der Aufsichtsratsvorsitzende der Zoo Berlin AG Frank Bruckmann. „Auf einer Reise durch die Kontinente gibt es Faszinierendes aus der Welt der Vögel zu entdecken und zu erfahren. Darauf können wir zu Recht stolz sein.“

Die Zahl der Vogelarten wurde von 104 auf 97 reduziert und die 48 kleinen Innen- und Außenvolieren wurden zu 35 größeren zusammengelegt. Aus den bisherigen zwei kleinen Freiflughallen Afrika und Australien wurde eine knapp 450 m² große Afrika-Freiflughalle. Mithilfe von Kunstfelsen, Pflanzen und Naturboden wurde ein einzigartiger Lebensraum nachgebildet, der den Bewohnern nun viel mehr Bewegungsfreiheit bietet. Für viele Arten wurden dadurch besondere Beschäftigungsanreize geschaffen und die Vögel können ihre natürlichen Verhaltensweisen besser ausleben. Auch die 35 Außenvolieren wurden dichter bepflanzt. Nun können sich die Vögel beispielweise zum Brüten zurückzuziehen und dadurch bietet die umgestaltete Anlage auch für die Besucher spannende, neue Einblicke in den Vogelalltag.

Durch eine Lüftungsanlage und beheizbare Türrahmen wird ein deutlich besseres Raumklima geschaffen. Der chinesische Sonnenvogel ist besonders angetan von den vielen schönen Plätzchen zum Sonnenbaden in der luftigen und lichtdurchfluteten 405 m² großen asiatischen Tropenlandschaft. Anstatt nur an tristen, kleinen Schaukäfigen vorbeizulaufen, fühlt der Besucher sich beim Betreten der Freiflughallen zu Gast in der natürlichen Heimat der gefiederten Bewohner. Wo sich der dichte Dschungel lichtet, taucht aus dem saftigen Grün die Kulisse eines asiatischen Bambus-Dorfes auf. Die Entdecker-Station gibt auf luftiger Höhe einen spektakulären Blick über die beiden großzügigen Freiflugbereiche Afrika und Asien frei. Adleraugen können zwischen Schlingpflanzen, Bäumen und Felslandschaften einen Grauen Pfaufasan oder die scheue Malaienente erspähen und mit etwas Glück sogar den Blaukopfschmetterlingsfink bei seinem Grashalm-Tanz zur Balz beobachten.

Rund um die Freiflughallen in den vier „Loops“ haben die Gäste die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. An 65 Zoll Full HD Touchscreens lernen Besucher die Funktionsweisen der einzelnen Feder- und Schnabelarten kennen und erhalten einen Einblick in die Anatomie eines Vogels. Im Vogelbaukasten können sie exotische neue Arten kreieren. Über einen QR Code kann dieser dann gleich mitgenommen und über den persönlichen Account direkt in den sozialen Medien gepostet werden. Der Zug der Vögel lüftet die Geheimnisse hinter den unglaublichen Langstreckenflügen, die nur durch ein ausgeklügeltes Zusammenspiel aus Effizienz und Navigation möglich sind. Bei der Umsetzung der drei interaktiven Lernstationen hat der Zoo mit dem interdisziplinären Atelier für mediale Szenografie Tamschick aus Berlin zusammengearbeitet. Die Fördergemeinschaft von Tierpark und Zoo Berlin e.V. hat durch einen Spende die Umsetzung der Lernstationen ermöglicht.

Pinguine tauchen im Treppenhaus, Vogelschwärme ziehen vorbei und der riesige Moa lässt seinen flugunfähigen Verwandten, den Kiwi, klein aussehen: Der Illusionsmaler Lars Oschatz und die Berliner Künstlerin Bettina Bick haben im wohl modernsten Vogelhaus Europas ganze Arbeit geleistet! Die kahlen Betonwände verschwinden hinter liebevoll gestalteten Zeichnungen von Tieren und den künstlerischen Landschaften ihrer exotischen Heimatregionen. In kräftigem Türkis, leuchtendem Blau, Sonnengelb und dramatischem Rot beeindrucken Papageien und Singvögel die Besucher. Alle Farben des Regenbogens leben hier unter einem Dach zusammen und die Schönheit dieses exotischen Farbenmeeres lässt die Besucher vor Neid erblassen.

Neben den lieb gewonnenen Bewohnern wie den majestätischen Hyazintharas oder den vom Aussterben bedrohten Balistaren, wird auch der ein oder andere Neuzugang in die „Welt der Vögel“ Einzug halten. Zum Beispiel die Goldkopf-Pipras, die für ihren spektakulären Balztanz bekannt sind – er erinnert an Michael Jacksons „Moonwalk“. Und die zutrauliche Mähnentaube freut sich schon ganz besonders darauf, die neuen Besucher persönlich begrüßen zu können.

In der Welt der Vögel haben nun 221 Piepmätze aus 97 Arten ihr Zuhause gefunden, insgesamt leben 300 Vogelarten mit 1.725 gefiederten Individuen im Zoo Berlin. Ursprünglich wurde das Vogelhaus von den Architekten Lehrecke Witschurke geplant.