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Bereit für den ersten Ausflug

Panda-Zwillinge bekommen ein Go! vom Zoodirektor

Acht kleine Tatzen tapsen neugierig umher und krallen sich spielerisch im Fell ihres Gegenüber fest. Pit und Paule – diese Spitznamen haben die Tierpfleger ihren Schützlingen inzwischen verpasst – sind nicht zu bremsen. Doch kurz bevor sich die Panda-Familie am kommenden Donnerstag erstmals den Besuchern zeigen wird, stand für die Zwillinge am Freitag ein Termin beim Zootierarzt an. 


Ein kleiner Pieks von Veterinär Dr. Andreas Ochs und schon war es überstanden. Im Rahmen des Tierarzt-Checks haben die fünf Monate alten Bärenbrüder mittels Spritze einen Chip zur Identifikation bekommen. Dieser „Personalausweis“ für Tiere ist bei streng geschützten Arten Pflicht. Zusätzlich haben die Panda-Zwillinge eine Wurmkur verabreicht bekommen. Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem überzeugte sich höchstpersönlich davon, dass die Kleinen fit für ihren ersten Ausflug sind: „Wir sind sehr zufrieden. Sie sind gesund, neugierig und folgen ihrer Mutter – sie sind mehr als bereit für ihren ersten Ausflug“, erklärt Knieriem. In Vorbereitung auf ihren ersten Ausflug wurde die Innenanlage im Panda Garden „kleinpandagerecht“ umgebaut. Meng Mengs große Kletterlandschaft aus Holz wurde zu drei kleinen Kletterstationen zurückgebaut. Damit sich die Zwillinge ihre Tatzen nicht klemmen und bei ihren Erkundungstouren nirgends steckenbleiben, wurden zudem größere und kleinere Ritzen geschlossen. Das Badebecken wurde außerdem geleert, mit einer dicken Schicht weichem Pinienmulch ausgelegt und mit Ein- und Ausstiegen versehen. Bis sich die kleinen Bären an feste Nahrung wagen, wird es zwar noch etwa zwei bis vier Monate dauern, ihre kleinen spitzen Zähnen probieren sie aber jetzt schon an Bambusstangen aus. 

Hintergrund:
Im Zoo Berlin leben seit Sommer 2017 Deutschlands einzige Große Pandas. Am 31. August 2019 hat Panda-Dame Meng Meng (6) zwei Baby-Pandas (Gewicht: 186 g und 136 g) zur Welt gebracht. Der Vater Jiao Qing (9) ist bei der Aufzucht – wie für Große Pandas typisch – nicht beteiligt. Nach der letzten Zählung des weltweiten Bestandes geht man von nur noch etwa 1.864 ausgewachsenen Großen Pandas im natürlichen Lebensraum aus. Daher wird der Panda auf der Roten Liste für bedrohte Arten der Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet eingestuft. Der Zoo Berlin zahlt eine jährliche Leihgebühr für die seltenen Bambusbären, welche zu 100 Prozent in den Artenschutz fließt. Mit dem Beitrag wird Zucht, Schutzmaßnahmen und Wiederauswilderung der Großen Pandas finanziert. Pate der beiden Pandas Meng Meng und Jiao Qing ist die Berliner Volksbank.