Zoo-News

Die Tinte ist noch frisch

Panda-Vertrag wurde heute im Zoo Berlin unterzeichnet.

Nun ist es offiziell: Berlin wird im Juni 2017 zwei Große Pandas aus der Chengdu Research Base of Giant Panda Breeding erhalten. Nach mehrmonatigen Verhandlungen zwischen Deutschland und China wurde heute im Zoo Berlin die Vertragsunterzeichnung gefeiert. In Anwesenheit seiner Exzellenz, dem chinesischen Botschafter in Berlin Shi Mingde, hat Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem seine Unterschrift auf das wichtige Papier gesetzt. Zu diesem feierlichen Anlass war außerdem eine chinesische Delegation aus Peking und Chengdu anwesend. Zuvor hatte in China bereits der Vize-Präsident der China Wildlife Conservation Association (CWCA), Li Qingwen, den Vertrag unterzeichnet.

Die Kosten betragen 1 Million USD, umgerechnet rund 920.000 Euro pro Jahr für zwei Tiere mit einer Vertragslaufzeit von 15 Jahren. Diese Summe wird dem Giant Panda Conservation Fund zur Verfügung gestellt. Mit 70% wird der Großteil des Geldes für den direkten Artenschutz der Großen Pandas in ihrem natürlichen Lebensraum verwendet, mit 20% der Summe wird die Chengdu Panda Base in ihrer wissenschaftlichen Forschung zur Verbesserung der Zuchterfolge unterstützt. Rund 10% des Betrags decken die Verwaltungskosten auf chinesischer Seite. Der Zoo ist dank Sponsoren und Spendern in der Lage die Kosten selbst zu tragen. Eine feste Zusage seitens der Berliner Volksbank liegt bereits vor.

„Die Berliner Volksbank kooperiert seit 2007 mit dem Zoo und dem Tierpark Berlin. Wir freuen uns sehr, dass wir mithelfen können, die zwei Großen Pandas nach Berlin zu holen. Wir sind sicher: Diese seltenen und außergewöhnlichen Tiere werden eine enorme Bereicherung für Berlin, den Zoo und alle Besucher sein", freut sich der Vorstandsvorsitzende der Berliner Volksbank Dr. Holger Hatje.

„Dieser Zucht-Leih-Vertrag zwischen der Zoo Berlin AG und der CWCA regelt nicht nur Dauer und Kosten, sondern auch die wissenschaftliche Dokumentation der Forschung und die genauen Haltungsbedingungen der kostbaren Tiere in Berlin“ erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem die Inhalte. Zudem wird die Betreuung der Tiere durch Experten aus China in dem Vertrag geregelt. Die Tiere werden von zwei chinesischen Panda-Spezialisten während ihrer Reise und der mehrwöchigen Eingewöhnungszeit in Berlin begleitet.  

Ein weiterer Vertragsbestandteil wird ein MoU (Memorandum of Understanding) sein, das zwischen der chinesischen Forstbehörde und dem Land Berlin voraussichtlich noch im Mai unterzeichnet wird. Dieses MoU regelt die Zusammenarbeit bei der Förderung des Schutzes des Großen Panda. Sobald auch dieser Vertrag unterzeichnet ist, können die Namen und die Herkunft der Berliner Pandas veröffentlicht werden.

Seit 1. März 2017 steht nun auch fest, wer der Revierleiter bei den Bären sein wird: Der erfahrene Zoo-Tierpfleger Christian Toll hat im Auswahlgespräch überzeugt. Bereits seit 18 Jahren arbeitet er im Zoo Berlin. Bisher hatte Christian Toll vorwiegend mit Huftieren zu tun. Um alles über die schwarz-weißen Bären zu erfahren, nutzt der Tierpfleger nicht nur Fachliteratur, sondern besucht aktuell auch europäische Zoos, die bereits Pandas halten.