Großer Panda

(Ailuropoda melanoleuca)

Kaum ein Tier ist so bekannt wie der Große Panda, denn er ist das Symbol der internationalen Naturschutzorganisation WWF, des „Worldwide Fund For Nature“. Der Pandabär ist sowohl in freier Wildbahn als auch in Zoos ein sehr seltenes Tier.

STECKBRIEF

Herkunft
China

Lebensraum
subtropisches Bergland

Nahrung
Bambus

Bestand
ca. 2.000 freilebende Pandas

Größe
60 - 90 cm

Gewicht
Weibchen: 70 - 100kg
Männchen: 100 - 160kg

Tragzeit
4 Monate

Erreichbares Alter
bis 20 Jahre in freier Wildbahn, bis 38 Jahre in menschlicher Obhut

Bao-Bao
Der Berliner Pandabär Bao-Bao war etwas ganz Besonderes. Als der chinesische Staatschef Hua Guofeng 1980 nach Deutschland reiste, um Bundeskanzler Helmut Schmidt zu besuchen, brachte er ein ungewöhnliches Gastgeschenk mit: die beiden Pandabären Tjen-Tjen und Bao-Bao. Helmut Schmidt stiftete die beiden Bären dem Berliner Zoo.
Tjen-Tjen starb vier Jahre später an einer Virusinfektion.  Bao-Bao, 1978 geboren, ist der weltweit älteste Große Panda, der in einem Zoo gehalten wurde. Der Name Bao-Bao ist chinesisch und bedeutet „Schätzchen“.

Panda-Weibchen Meng Meng
Rundes Gesicht, süße kurze Schnauze? Eindeutig Meng Meng! Das sanftmütige Panda-Weibchen wurde am 10. Juli 2013 geboren und wiegt 77 kg. Seit Sommer 2017 lebt sie zusammen mit Panda-Männchen Jiao Qing in dem neu erbauten, 5.480 qm großen Panda Garden in Berlin.

Panda-Männchen Jiao Qing

Mit seinen 108 kg ist Jiao Qing ein „ganzer Kerl“. Er wurde am 15. Juli 2010 geboren, ist aktiv, neugierig und schelmisch. Er kam zusammen mit Panda-Weibchen Meng Meng von China nach Berlin, um bald für Panda-Nachwuchs zu sorgen, wenn alles gut geht.

Zweiraumwohnung?
Pandas sind Einzelgänger. Deshalb haben beide Pandas auch hier im Zoo ihr eigenes Reich. Wobei „Einzelsitzer“ der bessere Begriff wäre. Pandas bewegen sich auch im Freiland nur wenig, um Energie zu sparen. Am Tag streifen sie nur wenige hundert Meter umher, obwohl ihr Revier bis zu 6 km² umfasst. Die meiste Zeit dösen oder schlafen sie – oder sie fressen. Übrigens halten Pandabären keine Winterruhe. Bambusfutter wächst das ganze Jahr über, sodass es einfach nicht notwendig ist.

Perfekter Moment
Pandas müssen ziemlich treffsicher sein, um Nachwuchs zu zeugen. Sie haben einmal im Frühjahr ein Zeitfenster von rund 72 Stunden, in dem das Weibchen empfängnisbereit ist. Dies gelingt oft nur alle zwei, drei Jahre. Nach rund vier Monaten werden bis zu drei Jungtiere geboren, von denen in der Regel nur eins überlebt.

Perfekte Anpassung
Kein Daumen, kein Bambus, lautet die Devise, denn mit einer herkömmlichen Bärentatze könnten Pandas die Stängel nicht festhalten. Sie haben ein vergrößertes Sesambein entwickelt, eine Art „Extradaumen“, der das Greifen erst ermöglicht.

Geht der Panda eigentlich in Winterruhe?
Bären fressen sich im Herbst eine dicke Fettschicht an und ziehen sich damit für eine mehrmonatige Ruhepause zurück. Nicht aber der Panda! Seine Leibspeise – Bambus – gibt ihm so wenig Energie, dass er ununterbrochen weiterfuttern muss.

Revier markieren
Wie viele Tiere markieren auch die Pandabären ihr Revier mit Duftstoffen im Urin. Je größer ein Tier ist, desto höher wird die Urinmarke gesetzt. Um möglichst hoch zu gelangen, markiert der Große Panda im „Handstand“.

Das große Fressen
Weil der Große Panda sich vorwiegend von Bambusblättern ernährt, wird er auch Bambusbär genannt. Der Verdauungstrakt des Pandas ist nicht optimal an seine pflanzliche Nahrung angepasst. Da Bambus zudem nährstoffarm ist, müssen die Tiere große Mengen davon verzehren. Die täglichen Rationen liegen zwischen 10 und 20 kg. Daher verbringt ein Panda ca. 12 Stunden am Tag mit Nahrungsaufnahme.
Zum Fressen setzt sich der Pandabär aufrecht auf den Boden. Damit er seine Nahrung besser halten kann, haben sich im Laufe der Evolution seine Handwurzelknochen der Vorderpfoten verlängert. Er besitzt einen so genannten  „Pseudo-Daumen“. Seine Reißzähne nutzt er zum Spalten der Bambusstangen. Mit seinen kräftigen Backenzähnen zermahlt er den Bambus.

Schon gewusst, dass...

... männliche Große Pandas bis zu 160 kg auf die Waage bringen,
... diese Tierart erst Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt wurde,
... und der Bestand auf maximal 2.000 frei lebende Pandas geschätzt wird?