Kleiner Panda

Der Zoo Berlin unterstützt den Schutz des Kleinen Pandas in den Bergwäldern des Himalaya.

STECKBRIEF

Name des Projekts:
Roter Panda (WWF)

Tierart:
Kleiner Panda (Ailurus fulgens)

Bedrohungsstatus laut IUCN:
Stark gefährdet (EN)

Einsatzort:
östliche Himalaya-Region

Größte Bedrohung durch:
Verlust des Lebensraumes, Pelzjagd

Lösungsansatz:
Aufzeigen alternativer Ressourcennutzung zum Schutz der Wälder, Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung für Natur- und Artenschutz

Feuerfüchse in Berlin
Der “red panda“ trägt viele Namen. Mit Blick auf seinen Vetter den Großen Panda, mit dem er sich sowohl Namen als auch die Lieblingsnahrung Bambus teilt, erschließt sich der vergleichende deutsche Name Kleiner Panda. Aufgrund seiner roten Fellfarbe wird der einzige Vertreter der so genannten Katzenbären auch Roter Panda oder Feuerfuchs genannt. Der einst als „schönstes Säugetier der Welt“ bezeichnete Rote Panda kam zum ersten Mal 1933 in den Zoo Berlin. Im Tierpark wurden 1961 zum ersten Mal drei Katzenbären als Hauptattraktion der neuen Saison der Berliner Öffentlichkeit vorgestellt. Unter Zoobesuchern zählt der Katzenbär zu den beliebtesten Tieren, weshalb er nicht nur in Berlin gerne in der Zoowerbung eingesetzt wird. So zierte der Katzenbär im Jahr 1980 eine Briefmarke zum 25-jährigen Tierpark-Jubiläum, schmückte in den Jahren 1964 und 2002 die Werbeplakate des Tierparks und schaffte es wiederholt auf das Titelbild des Tierpark-Wegweisers.

Zuhause auf dem Dach der Welt
Die kleinen roten Katzenbären, von denen es zwei Unterarten gibt, sind in der Himalaja-Region in Asien zuhause. Dort bevorzugen sie die feuchten Täler des Hochgebirges zwischen 1.500 und 4.000 Metern Meereshöhe mit einem dichten Unterwuchs von Büschen und Bambus. Ihr Lebensraum erstreckt sich damit neben Nordindien auch auf die Bergregionen Nepals, Bhutans, Burmas und Chinas. Der Westliche Kleine Panda (A. f. fulgens) lebt im östlichen Himalaya sowie in den chinesischen Provinzen Xizang und Nordwest-Yunnan, im Nordosten Indiens und im Norden Myanmars. Der Östliche Kleine Panda (A. f. styani) bewohnt die chinesischen Provinzen Sichuan und Nord-Yunnan. Dort treffen sie gelegentlich auf ihre Verwandten, die Großen Pandas. Von der IUCN wird der Rote Panda als gefährdet eingestuft, da es weltweit nur noch weniger als 10.000 Tiere gibt, davon lebt schätzungsweise die Hälfte in Indien.

Zerstörung der schützenden Bergwälder
Die Hauptbedrohung des Roten Pandas ist die Abholzung der Bergwälder für Feuerholz, Ackerflächen und Baumaterialien. Im indischen Bundesstaat Sikkim, das den Roten Panda sogar im Landeswappen trägt, hat sich die Bevölkerung in den vergangenen 30 Jahren beispielsweise mehr als verdoppelt. Zudem wird der Lebensraum der Tiere zunehmend durch den Straßenbau fragmentiert. Dies stört den genetischen Austausch zwischen den einzelnen Populationen, was zu erhöhter Inzuchtgefahr, erhöhtem Krankheitsrisiko durch verminderte genetische Variabilität und geringeren Reproduktionsraten durch die räumliche Isolation dieser Einzelgänger führt.

Verfolgt von Mensch und Tier
Außerdem ist der Bestand durch Wilderei bedroht. Denn trotz Verbote rücken dem Katzenbären noch immer Jäger auf den Pelz, um ihr Fell zu Mützen oder Pinseln zu verarbeiten. Hinzu kommt die Gefahr zur Beute herrenloser Hunde zu werden, sobald sie sich von den Bäumen wagen. Zoo und Tierpark Berlin unterstützen in Kooperation mit dem Verband Deutscher Zoodirektoren (VDZ) das vom World Wide Fund for Nature (WWF) geführte Projekt „Roter Panda“.  Seit 1999 versucht der WWF, den Bestand des Roten Pandas in der östlichen Himalaya-Region in Nepal, Bhutan und Indien zu sichern und konnte das Projekt 2005 auf die Indische Region Sikkim ausweiten.

Alternativen schaffen
Um dem Bestandsrückgang durch Lebensraumverlust entgegenzuwirken, versuchen Projektmitarbeiter, alternative Einkommensquellen für die Menschen zu entwickeln und so den Druck auf die verbliebenen Wälder zu verringern. Durch Aufforstung die ursprünglichen Lebensräume wieder miteinander zu verbinden, ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Arbeit vor Ort. Auch der Bau kleinbäuerlicher Biogasanlagen sorgt dafür, dass weniger Bäume für Feuerholz gerodet werden müssen. Das Biogas stammt größtenteils aus Rinderdung und dient als leicht verfügbarer alternativer Brennstoff. Mit dem Ziel, den Rückgang des Bestandes aufgrund illegaler Jagd auf das Fell des Katzenbären einzudämmen, will das Projekt die lokale Bevölkerung über den Schutz der Roten Pandas aufklären und sie als Unterstützer bei der Umsetzung der Naturschutzmaßnahmen gewinnen.

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