Hyazinth-Aras

Der Zoo Berlin setzt sich für den Schutz der Hyazinth-Aras in Bolivien ein.

STECKBRIEF

Name des Projekts:
Hyacint Macaw Project

Tierart:
Hyazinth-Ara (Anodorhynchus hyacinthinus)

Bedrohungsstatus laut IUCN:
Gefährdet (VU)

Einsatzort:
San Matías Protected Area, Bolivien

Größte Bedrohung durch:
Illegaler Handel, Verlust des Lebensraumes

Lösungsansatz:
Eindämmung des illegalen Handels, Schutz der Lebensräume, Sensibilisierung der Bevölkerung vor Ort

Blaues Wunder in der Welt der Vögel
Hyazinth-Aras sind aufgrund ihrer Größe und der auffälligen Farbe ein besonderes Highlight in der Welt der Vögel im Zoo Berlin. Mit einer Länge von bis zu einem Meter und einem Höchstgewicht von mehr als 1,5 kg gilt der kobaltblaue Ara mit der gelben Haut an Augen und Schnabel als größte aller Papageienarten. Der Zoo Berlin möchte die Popularität dieser viel bewunderten Vögel nutzen, um auf ihre Bedrohung aufmerksam zu machen. Die ersten Hyazinth-Aras waren bereits in den 1870er Jahren in Berlin zu sehen. Seit 1964 leben sie dauerhaft im Zoo Berlin.

Zuhause in den südamerikanischen Tropenwäldern
Hyazinth-Aras sind in den tropischen Regenwäldern Südamerikas Zuhause. In Brasilien kommen die Papageien noch in drei verschiedenen Regionen vor – der Großteil der blau-gelben Aras lebt im brasilianischen Feuchtgebiet Pantanal. Außerdem sind sie im östlichen Teil Boliviens zu finden, wo ihre Zahlen in der Trockenzeit scheinbar zunehmen. Es wird vermutet, dass die Vögel dann aus dem benachbarten Brasilien in das im Westen angrenzende Bolivien ziehen. Aktuell leben geschätzt etwa 300 Vögel in Bolivien. Nur vereinzelt werden Hyazinth-Aras auch in Paraguay gesichtet.

Illegaler Handel und Zerstörung des Regenwaldes
Während der 1980er Jahre nahm der Bestand an Hyazinth-Aras stark ab. Geschätzte 10.000 Individuen wurden illegal gefangen und als Haustiere verkauft. Auch für ihre Federn und als Fleischquelle werden sie gejagt. Das Verschwinden ihres Lebensraumes - des südamerikanischen Regelwaldes - trägt zusätzlich zum Rückgang der Zahlen bei. Die Abholzung des Brasilianischen Regelwaldes hat in den vergangenen Jahren wieder stark zugenommen. Zwischen August 2015 und Juli 2016 wurden allein 8000 Quadratkilometer Urwald vernichtet – das entspricht einer Fläche die zehnmal so groß ist wie Berlin.

Klare Ziele in Bolivien
Gemeinsam mit dem World Parrot Trust (WPT) unterstützt der Zoo Berlin seit 2016 das Hyacinth Macaw Project in Bolivien. Der WPT setzt sich bereits seit Jahrzehnten für die blauen Riesen ein und verfügt über entsprechende Erfahrung und Expertise in der Region. Die Hauptziele des Projektes sind: 1. Kartierung der von den Aras genutzten Gebiete, 2. Entwicklung und Durchführung eines Monitorings zur Bestandsentwicklung der Hyazinth-Aras in diesem Gebiet, 3. Bestandsaufnahme von Nestern und Nistmöglichkeiten, 4. Hilfestellung für offizielle Institutionen zur Eindämmung des illegalen Handels mit Hyazinth-Aras, 5. Aufklärungsarbeit an Schulen und Bildungseinrichtungen und 6. Aufbau eines Öko-Tourismus-Segments. Auch konfiszierte Vögel werden nach Möglichkeit wieder in die Wildnis entlassen.

Schutzmaßnahmen zeigen Wirkung
Das aktuelle Hyacinth Macaw Project wurden 2016 im Schutzgebiet San Matías in Santa Cruz, Bolivien ins Leben gerufen. Bei diesem Projekt arbeiten WPT und Zoo Berlin eng mit zahlreichen lokalen und internationalen Organisationen zusammen – und das mit Erfolg. Aufgrund der Schutzbemühungen hat der Bestand der Hyazinth-Aras sich in den letzten Jahren stabilisiert und ist in einigen Regionen sogar leicht steigend.  Daher wurde die Art von er IUCN auf der Liste der bedrohten Arten 2014 von stark gefährdet (EN) auf gefährdet herabgestuft (VU).

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