Bonobo

 

Der Zoo Berlin unterstützt die Bonobos in der Demokratischen Republik Kongo

STECKBRIEF

Name des Projekts:
Bonobo Alive e.V.

Tierart:
Bonobo (Pan paniscus)

Bedrohungsstatus laut IUCN:
Stark gefährdet (EN)

 Einsatzort:
Salonga Nationalpark, Demokratische Republik Kongo (DR Kongo)

Größte Bedrohung durch:
Kommerzielle Wilderei für den Buschfleischhandel

Lösungsansatz:
Wildschutzstaffel patrouilliert gegen Wilderer und beschlagnahmt illegale Tierfallen, Sensibilisierung der Bevölkerung für den Schutz des Regenwaldes

Bonobos im Zoo Berlin
Im Zoo Berlin leben seit 1987 die seltenen Bonobos, die neben den Schimpansen zu unseren nächsten Verwandten gehören. Für den Schutz dieser bedrohten Menschenaffen engagiert sich besonders der Tierpfleger Ruben Gralki. Er ist jahrelanges Mitglied bei Bonobo Alive e.V. und besuchte 2015 den Salonga Nationalpark in der DR Kongo, um sich einen persönlichen Eindruck von den Tieren in ihrem natürlichen Lebensraum und dem Engagement der Organisation zu verschaffen. Er war beeindruckt von der erfolgreichen Arbeit vor Ort und steht seither in regelmäßigem Austausch mit den Mitgliedern der Organisation.

Schutz der Bonobos im Kongo
Bonobos sind in ihrem natürlichen Lebensraum im afrikanischen Kongo stark bedroht. Um die seltenen Tiere zu schützen, organisieren Mitglieder des Vereins Bonobo Alive e. V. Patrouillen gegen Wilderei und beschlagnahmen illegale Tierfallen. Bonobo Alive e. V. wurde von Wissenschaftlern und Naturschützern gegründet, die sich dem Ziel verschrieben haben, den Bonobos eine Zukunft zu schenken.

Der Kongo - einziger Lebensraum der Bonobos
Bonobos kommen ausschließlich in der Demokratischen Republik Kongo vor. Deshalb ist der Schutz ihrer Wälder im Kongo für sie überlebenswichtig. Es gibt im Kongo insgesamt vier Gebiete in denen eine größere Zahl an Bonobos lebt. Das südlichste von ihnen ist der Salonga Nationalpark im Zentrum des Kongo. Er wurde 1970 zum Nationalpark erklärt und ist das erste und damit älteste Schutzgebiet für Bonobos. Mit einer Fläche von 36.000km² ist er außerdem das größte Regenwaldschutzgebiet Afrikas und eines des größten weltweit.

Unerforschte Vielfalt im abgelegenen Salonga Nationalpark
Seit 1984 ist der Salonga Nationalpark Bestandteil des UNESCO Weltnaturerbes und befindet sich auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes. Der Schutz dieses Nationalparks ist aufgrund seiner Abgelegenheit, Größe und schweren Zugänglichkeit enorm schwierig und kostspielig. Er schließt verschiedene Vegetationstypen ein und beherbergt eine weitgehend unerforschte Vielfalt an Pflanzen und Tieren, von denen viele bedroht sind. Die bekanntesten sind der Kongopfau, der Waldelefant, der Bonobo und das Panzerkrokodil.

Bedrohung durch den Menschen
Die größte Bedrohung für Bonobos ist die Wilderei für den Buschfleischhandel. Doch nicht nur die Menschenaffen, auch andere große Säugetiere wie Elefanten, Sumpfantilopen oder Rotbüffel fallen den Wilderern zum Opfer. Da Bonobos eine extrem niedrige Fortpflanzungsrate haben, stellt jedes getötete Tier eine ernsthafte Bedrohung für das Überleben der gesamten Art dar.

Keine Hilfe vom Gesetz

Dabei geht die Gefahr nicht von der lokalen Dorfbevölkerung aus, die am Ende der Trockenzeit vom Fischfang zur Jagd wechselt, um ihren Proteinbedarf zu decken. Das ernstere Problem ist die kommerzielle Wilderei organisierter, überregionaler Banden, die mit automatischen Waffen und ausreichender Munition oft aus anderen Gegenden kommen. Die Jagd auf geschützte Arten ist im Kongo strafbar, doch das Gesetz bietet den Bonobos keinen wirklichen Schutz: Nur selten werden die Täter aufgegriffen und verurteilt.

Die Arbeit der Wildschutzstaffeln vor Ort
Bonobo Alive e.V. ist seit Jahren auf diesem Gebiet aktiv und hat inzwischen ein recht wirksames Verfahren etabliert, bei dem Wildhüter der kongolesischen Naturschutzbehörde ICCN gemeinsam mit der Bevölkerung gegen die Wilderei vorgehen. Doch die Aufgabe ist nicht einfach: Um den Wilderern das Handwerk zu legen, müssen die Wildhüter in entlegene Waldgebiete vordringen und die Wilderer von dort vertreiben. Trotz des Engagements großer Naturschutzorganisationen passiert das nur selten und wenn, dann werden die Wilderer meist aus unterschiedlichen Quellen gewarnt.

Abschreckung zählt
Bonobo Alive e.V. setzt auf die Hilfe der lokalen Bevölkerung und ist mit diesem Ansatz erfolgreicher. Die Menschen vor Ort sehen die Invasion schwer bewaffneter Wilderer in ihren angestammten Wäldern ebenfalls kritisch und sind oft bereit die Schutzbemühungen zu unterstützen. Gemeinsam mit den Anwohnern konzentrieren sich die Wildhüter in ihren regelmäßigen Patrouillen auf relativ kleine Areale. Sie spüren die Camps der Wilderer auf, vertreiben sie und unterbinden sie die Jagd auf Bonobos und andere große Säugetiere im Nationalpark. Damit profitieren nicht nur die seltenen Menschenaffen von ihrem Einsatz, sondern auch andere bedrohte Tierarten in Nationalpark.
Die Ausrüstung, Verpflegung und Entlohnung der Patrouillenteilnehmer wird über Spenden finanziert. Neben Mitglieder- und Einzelspenden ist Bonobo Alive e.V. auf die Hilfe von Deutschen Zoos, wie dem Zoo Berlin, angewiesen.

Umweltbildung vor Ort
Neben den direkten und kurzfristigen Schutzmaßnahmen, verfolgt Bonobo Alive auch langfristigere Ziele. Die Mitarbeiter sind unermüdlich wenn es darum geht, das Herz der Menschen vor Ort für die Bonobos und den Schutz ihres Lebensraumes zu öffnen. Sie tragen das Thema Naturschutz so auch in die Dorfschulen. Im Unterricht dienen die sympathischen Bonobos auch als Botschafter für den Erhalt der kostbaren Regenwälder im Kongo mit einer biologischen Vielfalt, die es zu schützen gilt.
Weitere Informationen zum Projekt Bonobo Alive e.V. finden sie hier: http://www.bonobo-alive.org

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