Der Große Panda – Botschafter für den Artenschutz

Seit Juni 2017 leben die beiden Pandas Meng Meng und Jiao Qing im Zoo Berlin. Beide haben sich gut eingelebt, genießen das Berliner Klima und erfreuen sich an den Vorzügen der modernsten Panda-Anlage Europas.

Symboltier für Naturschutz

Doch die Bambusbären sind nicht nur Prototypen knuddeliger Teddys. Der Panda ist darüber hinaus zum Symbol für vom Aussterben bedrohte Tierarten geworden. Nicht umsonst erscheint er im Logo des WWF, einem der wichtigsten Naturschutzorganisationen der Welt. Der Große Panda – zu deren Art auch „Träumchen“ und „Schätzchen“ gehören – ist gefährdet und lokal von der Ausrottung bedroht.

Im natürlichen Lebensraum bleibt der Große Panda gefährdet

Die aktuelle Zählung des weltweiten Bestandes an Großen Pandas ist alarmierend: Insgesamt gibt es nur noch etwa 1.860 ausgewachsene Große Pandas in der Wildbahn, wovon sich knapp 70% in staatlich eingerichteten Schutzgebieten aufhalten. Diese insgesamt 67 Naturschutzgebiete umfassen mittlerweile eine Fläche von circa 14.000 km² – etwa 15 Mal so groß wie Berlin – und sollen den natürlichen Lebensraum des Pandabären schützen.

Die Chengdu Research Base – ein wichtiger Partner für den Panda-Schutz

Neben der Ausweisung von geeigneten Naturschutzgebieten sichern Wissenschaft und Forschung den Arterhalt des Großen Panda. Ohne fundierte Erkenntnisse über das Leben der Pandas können keine geeigneten Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Eine der bedeutendsten Aufzucht- und Forschungsstationen ist die Chengdu Research Base in der Provinz Sichuan. Sie finanziert zahlreiche Experten, die gezielte Aufklärungsaktionen in Schulen und Gemeinden vorantreiben. Aus Chengdu kommen auch die beiden Zoo-Neuankömmlinge Meng Meng und Jiao Qing. Hier sind bislang über 200 der gefährdeten Tiere gesund zur Welt gekommen. Das langfristige Ziel auch hier: Wiederansiedlung in geschützten Gebieten.

Internationale Zusammenarbeit zur Rettung der Pandas

Die Arbeit der Wissenschaftler in China wird vom Zoo Berlin mit der Leihgebühr für die beiden Pandas finanziell gefördert. Die Kosten für die Haltung der beiden Neu-Bärliner wird ausschließlich durch Zoo-Einnahmen, Spenden und Patenschaften ermöglicht – es werden keine öffentlichen Gelder verwendet. Die sechsstellige Leihgebühr fließt zu 100 Prozent in die herausragende Arbeit der Chinesischen Experten bei Zucht, Schutz und Wiederauswilderung der beliebten Bambusbären.

Alles für den Arterhalt

Mit der Leihgebühr für Meng Meng und Jiao Qing unterstützt der Zoo Berlin nicht nur die Auswilderung von Großen Pandas, sondern möchte mit dem Panda als beliebtem Artenschutz-Botschafter auch die Aufmerksamkeit der Besucher auf das vom Menschen verursachte Artensterben weltweit lenken. Viele Arten, die im Zoo Berlin zu finden sind, sind in ihrem natürlichen Lebensraum gefährdet oder von der Ausrottung bedroht. Neben den Großen Pandas gibt es noch zahlreiche weitere Artenschutzprojekte, die der Zoo in Berlin, aber auch direkt vor Ort unterstützt. Insgesamt gibt er Zoo jährlich eine siebenstellige Summe für internationale Artenschutzprojekte aus.

Verlust von Lebensraum

Der Mensch hat durch die Zerstörung des Lebensraumes dafür gesorgt, dass Tiere wie der Große Panda auf der Liste bedrohter Arten stehen. Insbesondere die hoch spezialisierten und an ihre jeweilige Nische angepassten Arten wie Eisbär oder Großer Panda leiden schon unter kleinen Veränderungen ihres Umfelds. Ohne zoologische Einrichtungen ist die weitere Existenz der Pandas derzeit nahezu unmöglich. Als Nahrungsspezialist mit einer sehr kurzen Paarungszeit ist der Große Panda besonders vom Verlust seines ursprünglichen Lebensraumes betroffen. Die Partner- und Futtersuche fällt ihm in den sehr fragmentierten Schutzgebieten immer schwerer. Dass der Große Panda in China als heilig angesehen wird, ist sein großer Vorteil. Ohne die Bemühungen der Chinesen wäre die Tierart wohl längst ausgestorben.

Die Hoffnung bleibt

Der Zoo Berlin hofft mit Meng Meng und Jiao Qing seinen Besuchern die Bedeutung der zoologischen Einrichtungen beim Schutz der Pandabären und anderen gefährdeten Tierarten näher zu bringen. Die langsam steigende Anzahl an Großen Pandas, die Zuchtprogramme in China und die weltweite Vernetzung von Zoos mit Pandabären geben Grund zur Hoffnung, dass es auch in hundert Jahren noch die schwarz-weißen Bären auf unserem Planten gibt. Doch der Weg dorthin ist noch lang.

STAMMBAUM

Wenn der Tierbestand einer bedrohten Art so sehr geschrumpft ist, dass nur noch wenige Individuen überlebt haben, ist es schwierig, die genetische Vielfalt zu garantieren. Ein wissenschaftlich geführtes Zuchtprogramm soll dabei helfen, die genetische Vielfalt aufrecht zu erhalten. Auch die beiden Berliner Pandas sind Teil des internationalen Zuchtprogramms, das von Experten in China koordiniert wird. So gibt es für jeden Panda einen Stammbaum von mehreren Generationen. Die Mutter von Meng Meng ist Eryatou, ihr Vater ist Yong Yong, sie hat außerdem noch Geschwister. Die Mutter von  Jiao Qing heißt Jiao Zi, sein Vater Kebi. Auch er hat Geschwister. Die Tiere wurden von einem internationalen Expertenteam als Paar ausgesucht, weil sie einen geringen Inzuchtkoeffizienten aufweisen und ihre Nachkommen genetisch wertvoll wären.

WIEDERAUSWILDERUNG

Nicht nur den Großen Panda würde es ohne zoologische Einrichtungen nicht mehr geben. Einige Tierarten waren in der Wildbahn ausgestorben und konnten erst dank zoologischer Einrichtungen wieder in ihrem ursprünglichen Lebensraum angesiedelt werden. Arten wie die Przewalski-Wildpferde, die arabische Oryx oder der Bartgeier in den Alpen sind nur drei Beispiele, wo durch Erhaltungszuchtprogramme in Zoos aus Reservepopulationen wieder stabile Populationen in freier Wildbahn entstanden sind. Gemeinsam mit dem Tierpark Berlin und der Stiftung Zoologischer Garten setzt der Zoo Berlin sich aktiv für den Artenschutz ein und fördert und unterstützt zahlreiche große und kleine Natur- und Artenschutzorganisationen auf der ganzen Welt. Dabei werden unter anderem Projekte wie Save the Rhino Int. u.a. in Kenia, Bonobo Alive im Kongo oder ZGF in Indonesien zum Schutz der Orang-Utans im Nationalpark Bukit Tigapuluh auf Sumatra unterstützt.

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Kommentare

24.09.2017Christian Colista

Ihr habt zwar eine schöne und moderne Panda-Anlage, jedoch steht die modernste und schönste im Ouwehands Dierenpark in Holland. Pandasia ist noch einmal eine ganz andere Liga als Eure Anlage. Auch die in Belgien im Pairi Daiza ist moderner und schöner als Eure. Und im Pairi Daiza gibt es den momentan einzigsten Baby-Panda der tollpatschig durchs Gelände flitzt ;-)

06.09.2017Bärenfreund

Sicher ist es wichtig und richtig, wenn die Zoos mithelfen, vom Aussterben bedrohte Tierarten zu erhalten. Ich freue mich auch sehr, daß wir wieder Pandas in Berlin haben. Allerdings war meine Freude ein wenig getrübt, als ich am 4.9. bei einem noch- maligen Besuch Meng Meng total nervös und unruhig rückwärts durch ihre Stube tigern sah. Da scheint wohl mit dem Einleben etwas schiefzugehen. Vor allem die Kinder stehen mit ihrem "Warum macht die das?" ratlos vor der Glasscheibe. Falls diese Störung schon in China aufgetreten ist, dann frage ich mich, warum Meng Meng in Berlin gelandet ist, Herr Dr. Knieriem.

24.08.2017Alexandra Doerfl

Bittew nicht sterben, lass leben!! Liebe Pandabären sehr.