Rangerinnen in Südafrika patrouillieren jetzt in Zoo Berlin-Kleidung

Die Black Mamba wurde im Jahr 2013 gegründet, um die Balule Nature Reserve zu schützen und die Wildschutzstaffel wächst stetig, um immer größere Gebiete abdecken zu können. "Schnell, giftig und sehr aggressiv, wenn sie angegriffen wird" ist laut den Parkbehörden die namensgebende Schlange – dies trifft auch auf die Wildhüterinnen zu.

Viele Nashörner in Südafrika müssen sterben, weil Angestellte in den Parks Informationen an Wilderer verkaufen, wo sich die Nashörner gerade aufhalten. Bisher war die Bewachung der Tiere eine reine Männersache.
Das hat sich nun geändert.

Die Black Mamba Anti-Poaching-Einheit ist die erste ihrer Art, da die Mehrheit des Teams aus Frauen besteht. Balules oberster Wildhüter Craig Spencer kam auf die Idee, eine Frauentruppe im Kampf gegen die Wilderer einzusetzen. Der Gedanke hinter dem neuen und scheinbar sehr erfolgreichen Konzept: Frauen sind weniger korrupt. Der Ranger ist überzeugt davon, dass Frauen verlässlicher sind als Männer, wenn es um Artenschutz, Arbeitsmoral und die Geheimhaltung wichtiger Informationen geht. Derzeit sind 26 Black Mambas und weitere 23 bewaffnete Wächter im Einsatz, die in Balule und entlang seiner Grenzen zum weltbekannten Krüger-Nationalpark arbeiten.

Der Kampf gegen Wilderei ist in dieser Gegend bitter nötig. Nashörner werden für ihr Horn getötet und viele weitere Tierarten landen auch in sogenannten „Bushmeat“-Küchen, wo sie zerteilt und als Fleisch verkauft werden. Neben den Antilopen sind auch andere bedrohte Arten wie Wildhunde und Geparden die Opfer der Fallen, die die Wilderer illegal in den Naturschutzgebieten auslegen. Die Black Mambas haben Schlingfallen und Giftköder in ihrem Einsatzgebiet im Jahr 2013 um 76% reduziert. 

Das Hauptziel der Black Mambas ist der Schutz der Wildtiere. Sie bemühen sich deshalb auch, eine starke Bindung der lokalen Gemeinschaft an den Grenzen von Balule und dem Kruger Park zu den dort lebenden Tieren abzubauen und Bewusstsein für die Wilderei-Problematik zu schaffen. Sie sollen durch die Vorteile der Erhaltung ihres Naturerbes erkennen und davon profitieren. Es ist die Überzeugung der Black Mambas, dass der Krieg gegen die Wilderei nicht mit Waffen und Kugeln, sondern durch die Zusammenarbeit mit der örtlichen Bevölkerung und Bildung gewonnen wird.

Unterstützt wird die Anti-Wilderer-Einheit auch durch Spürhunde, die speziell darauf trainiert wurden, das Horn von Nashörnern, Elfenbein und Waffen aufzuspüren. Sie kontrollieren mit Craig Spencer, einem Sektionsleiter des Kruger Nationalparks, u.a. an Zufahrten des Parks Autos und suchen in den umliegenden Dörfern nach „Jagdbeute“ und Waffen. Die Nasenarbeit zum Auffinden von Horn und Waffen stellt die größte Herausforderung für die Ausbilder in Südafrika dar.

Da Deutschland dafür bekannt ist, gute Suchhunde auszubilden, erfolgte das Training der Tiere in einer deutschen Hundeschule in Zusammenarbeit mit der Polizei.  „Wir haben uns für die Ausbildung eines Spür-Hundes entschieden, weil die Schutzhunde zu sehr in der Schusslinie stehen“, erklärt die Besitzerin der Hunde-Akademie.

Seit Mai 2017 patrouillieren die Black Mambas in Zoo Berlin T-Shirts – dank Carsten Schwend. Der gut vernetzte Nashorn-Pfleger aus dem Zoo Berlin kam auf die Idee, als die neue Dienstkleidung verteilt wurde und die vielen, zum Teil neuwertigen Kleidungsstücke mit unterschiedlichen alten Layout-Varianten nicht mehr zum Einsatz kamen. Eine Entsorgung wäre eine unnötige Ressourcenverschwendung und kam deshalb nicht in Frage.

„Ich habe einen guten Kontakt zu  Perdita Lübbe-Scheuermann, die das Projekt ‚Rettet das Nashorn‘ ins Leben gerufen hat“, erklärt Carsten Schwend den Weg der Zoo-Kleidung nach Afrika. „Sie ist gleichzeitig Inhaberin der Hunde-Akademie, die die Spürhunde ausbildet und hat den Kontakt zu den Black Mambas hergestellt.“ Dort kam die Lieferung mit der neuen Dienstkleidung gut an, wie das untenstehende Video zeigt.

Ein weiterer, vierbeininger  Mitarbeiter der Wildschutzstaffel ist momentan in Ausbildung. Weitere Informationen zu den Black Mambas gibt es hier.

Fotos: Lee-Ann Olwage

Kommentar verfassen

* Pflichtangaben

Kommentare

Keine Kommentare