Ein neues Gesicht im Zoo Berlin

Interview mit Antje Brose

Seit dem 1. Februar ist Antje Brose für die Abteilung Fundraising in Zoo und Tierpark zuständig. Wir wollen sie ein bisschen besser kennenlernen und haben sie zu einem Interview eingeladen.


Frau Brose, verraten Sie uns den Grund für die Bewerbung im Zoo?

Antje Brose: „Gibt es einen schöneren Ort?“

Touché! Was war für Sie Ihre schönste Entdeckung am ersten Arbeitstag?

Antje Brose: „Elefantenbulle Viktor direkt vor meinem Fenster. Es fällt mir nicht immer leicht mich auf meinen Schreibtisch zu konzentrieren mit so einer spannenden Kulisse. Ich genieße es auch, in der Mittagspause durch den Zoo zu spazieren und mir andere Tiere anzusehen.“

Dann folgt nun die Standardfrage: Was ist ihr Lieblingstier?

Antje Brose: „Flusspferde, Seehunde, Zebras, Kiwis, … mein Lieblingstier wechselt quasi täglich, aber das ist eigentlich auch kein Wunder. Schließlich arbeite ich im artenreichsten Zoo der Welt, da kann ich mich einfach nicht satt sehen.“

Können Sie uns erklären, was alles zu Ihren Aufgabenbereichen gehört?

Antje Brose: „Ich bin für das Fundraising zuständig. Das heißt, ich bin die Ansprechpartnerin der Paten und Spender in allen drei zoologischen Einrichtungen der Stadt: Zoo, Tierpark und Aquarium. Jeder, der sich für eine Patenschaft oder Spende interessiert, landet bei mir. Manche möchten wissen, wieviel die Patenschaft für ihr Lieblingstier kostet oder was die Übernahme einer Patenschaft alles beinhaltet. Andere suchen nach einem geeigneten Geschenk. Ich gebe ihnen Tipps, welche Patenschaft zu welchem Anlass gut passen könnte.“

Und was lieben Sie an Ihrer Arbeit besonders?

Antje Brose: „Das Zusammentreffen mit den Menschen ist für mich das schönste. Besonders der Moment, wenn sie mir von ihrer Begeisterung für den Zoo erzählen, macht mich sehr glücklich.“

Was ist der skurrilste Fakt, den Sie seit Ihrer Tätigkeit für den Zoo gelernt haben?

Antje Brose: „Ich wusste nicht, dass es außer den Menschen noch Lebewesen gibt, die Landwirtschaft betreiben, um sich mit Nahrung zu versorgen. Ich war ziemlich überrascht, als ich zum ersten Mal die Blattschneideameisen oben im Aquarium gesehen habe. Die Organisation und Arbeitsteilung dieser kleinen Tiere ist bewundernswert. Sie „ernten“ Blätter, um damit ihre Pilzfarmen zu füttern, in denen sie richtige Gartenarbeit betreiben.

Auch, dass Mitarbeiter im Zoo wohnen, war neu für mich."

Welcher Teil ihrer Arbeit bekommt Ihrer Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit?

Antje Brose: „Ganz klar: Die Baumpatenschaften. Im Zoo wird jedes Jahr der Baum des Jahres verkündet. Für 250 € im Jahr kann man Pate eines Baumes werden. Ein ideales Geschenk für Hochzeiten, weil das Paar dann immer einen Ort der Erinnerung hat. Mit den Wurzeln fest verankert wächst er immer weiter. Das ist doch eine perfekte Symbolik, oder?“

Was war das Feedback nach Ihrem ersten Patenabend im Zoo?

Antje Brose: „Ich habe von unseren Paten und Spendern die Rückmeldung bekommen, dass es ein sehr schöner Abend bei guter Musik war. Sie haben nette Gespräche in den Revieren geführt und hatten auch die Chance einen Blick in die Gärtnerei und das Tierkrankenhaus zu werfen. Für die meisten war das ein ganz besonderes Erlebnis.“

Was war bisher Ihr bewegendster Moment?

Antje Brose: „Das war eine Mutter, die ihren Sohn verloren hat und in seinem Andenken spenden wollte. Als sie mir das erzählt hat, sind uns beiden die Tränen gekommen. Es ist toll zu wissen, dass der Zoo auch in dunklen Zeiten Trost gibt. Hier gibt es Orte, wo man zusammen Schönes erlebt hat und an denen man sich an diese unvergesslichen Momente erinnern kann.“

Haben Sie auch schon einmal eine Patenschaft verschenkt?

Antje Brose: „Ja, meine Tochter hat zum Geburtstag die Patenschaft für einen Humboldtpinguin von mir bekommen.“

Welche Patenschaft würden Sie als nächstes verschenken?

Antje Brose: „Mein Bruder ist Papa geworden und dem neuen kleinen Erdenbewohner werden wir eine Patenschaft für einen Baum schenken.“

Welche Patenschaften würden Sie als Besonderheiten empfehlen?

Antje Brose: „Das älteste Tier im Zoo ist ein Flamingo, zum nächsten 80. Geburtstag ist das doch ein Statement. Und als Pate einer Vogelspinne im Aquarium kann man auch mit 8 Jahren und selbst als Hasenfuß angeben.“

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