2016

Kapitel 7

„Indes stieg der Geruch von dem süssen Mus hinauf an die Wand, wo die Fliegen in grosser Menge sassen, so dass sie herangelockt wurden und sich scharenweis darauf niederliessen.“ Das tapfere Schneiderlein ärgert sich so sehr, dass die Fliegen sein kostbares Pflaumenmus vernaschen, dass es wütend nach ihnen schlägt – und einen Volltreffer landet: Sieben auf einen Streich! Und mit dieser Leistung geht der Fliegenjäger ganz zu recht hausieren, denn selbst eine Fliege mit Küchenhandtuch oder Klatsche oder gar mit der Hand zu erwischen erfordert schon sehr viel Geschick und Schnelligkeit. Aber warum ist es eigentlich so schwer eine Fliege zu fangen und warum sind die kleinen, lästigen Insekten uns fast immer eine Flügellänge voraus?

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Kapitel 6

„Ihr zahmen Täubchen, ihr Turteltäubchen, all ihr Vöglein unter dem Himmel, kommt und helft mir lesen […] Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen." Vögel – und Tauben im Besonderen – waren dem armen Aschenputtel eine fleißige Hilfe, als sie die unnütze Strafarbeit ihrer Steifmutter erledigen musste - für das leere Versprechen danach auf den Ball des Königs zu dürfen.

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Kapitel 5

"Entchen, Entchen, Da steht Gretel und Hänsel. Kein Steg und keine Brücke, Nimm uns auf deinen weißen Rücken." Am Ende der abenteuerlichen Süßigkeiten-Exkursion von Hänsel und Gretel geraten sie auf dem Heimweg an einen großen See, den Sie nur mit Hilfe einer Ente überqueren können. Die kluge Gretel weiß, dass beide zusammen dem Entchen zu schwer wären, deshalb bringt das gute Tier die beiden Kinder nacheinander über den See. Doch selbst bei einem sehr kleinen Kindchen und einem ausgewachsenen Trompeterschwan - einer sehr großen Art aus der Familie der Entenvögel - ist das tierische Wassertaxi-Szenario fernab der Realität.

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Kapitel 4

Da packte sie ihn mit zwei Fingern, trug ihn hinauf und setzte ihn in eine Ecke. Als sie aber im Bett lag, kam er gekrochen und sprach: "Ich bin müde, ich will schlafen so gut wie du: heb mich herauf, oder ich sag's deinem Vater." Da ward sie erst bitterböse, holte ihn herauf und warf ihn aus allen Kräften wider die Wand: "Nun wirst du Ruhe haben, du garstiger Frosch." Als er aber herabfiel, war er kein Frosch, sondern ein Königssohn mit schönen und freundlichen Augen. Entgegen der weitverbreiteten Meinung, dass die Königstochter den Frosch küsst, woraufhin er zurück in einen Prinzen verwandelt wird, wirft sie ihn im Originaltext tatsächlich an die Wand. Dass dies in keinem Fall der richtige Umgang mit einem hübschen, jungen Königssohn – geschweige denn mit einem Frosch ist – steht außer Frage.

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Kapitel 3

„Da ward die Prinzessin mit dem Grafen versprochen, und als der König starb, ward er König, der gestiefelte Kater aber erster Minister.“ Ein Kater macht einen armen Müllerssohn zum König und wird sein Minister. Mit List, Skrupellosigkeit und Einfallsreichtum verschafft er einem einfachen Mann zum höchsten politischen Amt und erweist sich selbst als guter Stratege mit einem Talent zur Beeinflussung anderer.

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Kapitel 2

„Der Schneider sollte ihm [dem König] vor der Hochzeit erst ein Wildschwein fangen, das in dem Wald grossen Schaden tat; die Jäger sollten ihm Beistand leisten.[…] Als das Schwein den Schneider erblickte, lief es mit schäumendem Munde und wetzenden Zähnen auf ihn zu und wollte ihn zur Erde werfen…“ Während die domestizierte Form des Schweins bei Hans im Glück noch recht harmlos daher kommt und als guter Braten angepriesen wird, sorgt der wilde Verwandte beim tapferen Schneiderlein für Chaos und Verwüstung im Wald.

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Kapitel 1

"Aber, Großmutter, was hast du für ein entsetzlich großes Maul!" - "Dass ich dich besser fressen kann!" Listig ist der Wolf in Märchen, ob er sich Mehl auf die Pfote streut, in die Kleider alter Damen schlüpft oder ein Stück Kreide frisst, um mit lieblicher Stimme, die Mutter Ziege zu imitieren – er scheint ein trickreicher Meister der Täuschung.

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Grimms Tierleben

Weihnachten ist die Zeit der Märchen. Fernsehsender kramen alle Jahre wieder tief in den Archiven, um über die Feiertage Grimm‘sche Klassiker in die weihnachtlichen Wohnzimmer zu bringen. Zu jeder anderen Jahreszeit würde man über solch ein angestaubtes Programm die Nase rümpfen, doch zu Weihnachten lassen die Kindheitserinnerung an drei Haselnüsse für Aschenbrödel & Co. erst so richtig festliche Stimmung aufkommen.

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Movember

Jedes Jahr im Herbst lassen Männer weltweit für einen guten Zweck die Barthaare sprießen. Spätestens wenn es ungewohnt stoppelig wird, weiß auch die Damenwelt: Der Movember steht wieder vor der Tür.

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Rettet das Nashorn!

Die internationale Zusammenarbeit für den Erhalt bedrohter Tierarten ist seit Jahrzehnten ein gemeinsames Ziel von Zoologischen Gärten und verbindet sie weltweit über politische und kulturelle Grenzen hinweg. Im Zeitalter von internationalen Erhaltungszuchtprogrammen und Aufklärung durch digitale Medien sollte ein so imposantes Tier wie das Nashorn nicht einfach von der Erdoberfläche verschwinden können. Doch im Fall des Nördlichen Breitmaulnashorns passiert in diesen Tagen genau das – ein Aussterben vor laufender Kamera. Damit werden wir Zeuge, wie sich das Nördliche Breitmaulnashorn bald in die traurige Liga der durch Menschen ausgerotteten Tierarten einreiht.

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