Nachwuchs einer fast ausgestorbenen Tierart: Freude über ein Säbelantilopenkälbchen im Berliner Zoo!
Bei der nordafrikanischen Säbelantilope handelt es sich um eine Tierart, die in freier Wildbahn bereits ausgestorben ist. Lange Zeit suchte man vergeblich nach zerstreuten Restbeständen der hirschgroßen Wiederkäuer, die ehemals in kopfstarken Trupps dem seltenen Regen folgend bis weit hinein in die Sahara zogen. Doch spätestens zu Beginn dieses Jahrtausends war die Ausrottung der säbelförmig behörnten Antilopen zur Gewissheit geworden. Zuletzt war es die motorisierte Gewehrjagd, die den scheuen Halbwüstenbewohnern zum Verhängnis wurde.
Allein der erfolgreichen Zucht in Zoos ist es zu verdanken, dass es dennoch nicht aussichtslos um den Fortbestand der Art bestellt ist. Auf vorbildhafte Weise sind beispielsweise in Marokko und Tunesien Wiedereinbürgerungsversuche, an denen sich auch der Berliner Zoo beteiligt hat, ins Leben gerufen worden. Ein Europäisches Erhaltungsprogramm steuert die Zuchtbemühungen in Menschenobhut.
Nicht nur in Anbetracht des naturrelevanten Hintergrundes freut man sich im Berliner Zoo sehr über den jüngsten Nachwuchs – ein am 28. November geborenes, männliches Kalb.
Neugeborene Säbelantilopen gelten zwar als Laufjunge, die bereits nach wenigen Stunden ihrer Mutter folgen können, doch individuell ist der Wille, sich fortzubewegen, unterschiedlich stark ausgeprägt. Die meisten zoogeborenen Kälber bevorzugen in den ersten Wochen nach der Geburt das ruhige Lager im warmen Stall. Doch diese Zeit häufiger Rast ist nun verstrichen und das Jungtier ist nun täglich zusammen mit fünf weiteren Herdenmitgliedern im Freigehege zu beobachten. Von den übrigen Antilopen unterscheidet man den Jüngsten nicht nur durch seine geringere Körpergröße, auch verfügt er erst über kleine, ziegenartige Hornansätze, die erst ausgewachsen eine Länge von 1,2 m erreichen können.
Hinweis für die Presse: Der Säbelantilopenkalb kann am Dienstag, dem 24. Januar, zwischen 11:00 und 12:00 Uhr auf der Freianlage am Turmstall des „Einhuferreviers“ gefilmt und fotografiert werden.
Dr. Ragnar Kühne
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