Prinz-Alfred-Hirsche

Hilfe für den seltensten Hirsch der Welt

Schon 1987 setzte sich der Berliner Zoo für eine Untersuchung der Prinz-Alfred-Hirsche auf den Philippinen ein. Dies war die erste Anschubfinanzierung, die je für ein Projekt auf den Philippinen initiiert wurde. Damals lebten weniger als 100 Tiere auf der Insel Panay, auf der sie mittlerweile endemisch sind (nirgendwo sonst auf der Welt wild lebend). Somit ist der Prinz-Alfred-Hirsch laut der IUCN der seltenste Hirsch der Welt.

Endemischen Tierarten auf den Philippinen droht der Verlust ihres Lebensraums

Die zahlreichen Inseln der Republik Philippinen erleiden durch das massive Bevölkerungswachstum einen enormen Verlust an Waldflächen, sodass die Insel Panay mittlerweile nur noch zu ca. 7% bewaldet ist – ursprünglich waren es 90%. Die voneinander isolierten Inseln beherbergen neben den Prinz-Alfred-Hirschen eine Vielzahl endemischer Arten, von denen die meisten bedroht sind.

Schutzprojekt setzt sich für Bestand und Habitat der Prinz-Alfred-Hirsche ein

Ende der 1980er startete ein kombiniertes Artenschutzprojekt aus „ex situ“, sprich in menschlicher Obhut, und „in situ“, also in den Ursprungsländern der Tiere, durch dessen Finanzierung der Bestand durch Erhaltungszucht gesichert, das Habitat der Tiere geschützt und PR-Arbeit geleistet werden sollte. Von den gesammelten Spendengeldern wurden drei lokale Zuchtstationen an der Silliman Universität, in der Negros Forest Ecological Foundation Inc. (NFEFI) und an der West Visayas State University auf Panay gebaut, die erfolgreiche Zuchtgruppen unterhalten.

Nach der Erstellung eines Managementplans für die letzten bestehenden Waldgebiete auf Panay, ist nun die Gründung eines ca. 60.000 ha großen Panay Mountain National Park in Planung. Dazu arbeitet der Berliner Zoo eng mit der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz und der Flora & Fauna International zusammen.

Erweiterung des Schutzprojektes um die Panay-Borkenratte

In den 90ern wurde das Projekt auf den Schutz der Borkenratten ausgedehnt, die auf Panay endemisch sind und deren Bestand bislang nicht erfasst wurde. Diese kleine Tierart bewohnt den Tiefland-Regenwald der Insel und wird nun in Gehegen der West Visayas State University gezüchtet. Oberstes Ziel ist die Wiedereinbürgerung dieser Unterart und anschließende wissenschaftliche Untersuchungen im Freiland.