Okapis - vom Aussterben bedroht

Der Zoo Berlin ist einer der wenigen in Europa, in dem auch die exotischen Okapis gehalten werden. Die nahen Verwandten der Giraffen, mit der kastanien- bis schwarzbraunen Fellfärbung und den zebraähnlich gestreiften Oberschenkeln, sind in der Demokratischen Republik Kongo endemisch – das heißt, wild leben sie nirgendwo anders auf der Welt. Ihr Bestand wurde zuletzt auf nur noch ca. 35.000 bis 50.000 Tiere geschätzt – auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) gelten Okapis daher als stark gefährdet.

Die Gründe für den dramatischen Rückgang des Okapi-Bestandes sind vielfältig: der bewaffnete Konflikt in dem von Bürgerkrieg erschütterten Gebiet, illegaler Holzeinschlag und Bergbau zur Gewinnung von Gold und Coltan, was den Lebensraum der Tiere enorm eingeschränkt, sowie die nicht endende illegale Jagd, aufgrund der hohen Nachfrage nach gewildertem Fleisch.

Zoo Berlin hilft dem Okapi-Schutzprojekt in der Demokratischen Republik Kongo (DRC)

Mitten in der Heimat der Okapis liegt die Wirkungsstätte des Okapi Conservation Pojects, das der Berliner Zoo finanziell unterstützt. Das 1987 gegründete Schutzprojekt setzt sich für den Erhalt der Okapis sowie des Ökosystems mit seiner großen Artenvielfalt im Ituri Wald ein, einem 175.000 Quadratkilometer großen Gebiet im Nordosten der DRC. Auf 13.700 Quadratkilometer dieses Tieflandregenwaldes leben ca. 5000 Okapis im Okapi Wildlife Reserve, das 1996 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt wurde. Hier wurde zudem eine Forschungs- und Schutzstation eingerichtet, mit dem Ziel, Okapis und ihr Habitat zu schützen, während die biologische und kulturelle Diversität des Ituri Waldes bewahrt bleiben soll.

Hand in Hand mit der Bevölkerung den Naturschutz verbessern

Bei möglichst vielen Naturschutzmaßnahmen werden die Bewohner der umliegenden Dörfer mit einbezogen, indem sie unterrichtet und ausgebildet werden, zum Beispiel zum Ranger – das schafft neue Perspektiven. Sanitäre Anlagen wie Schulen, Krankenhäuser und Frischwasserversorgungsanlagen wurden gebaut und die Einheimischen lernen moderne Methoden der Landwirtschaft, die höhere Erträge bringen und schonender für die Umwelt sind. Um die Nachfrage nach gewildertem Fleisch („Bushmeat“) zu verringern, werden alternative Proteinquellen in Form der Rohrrattenzüchtung angeboten.

Alles auf Anfang – Neuaufbau der Schutzstation nach Rebellenangriff

Leider wüten in der Region seit Jahren Rebellengruppen, die sich vor allem durch Wilderei finanzieren. Im Juni 2012 kam es zu einem Racheakt auf die Okapi-Schutzstation sowie das Dorf Epulu durch Mai Mai Rebellen. Bei dem Angriff wurden sechs Menschen und alle 14 Okapis getötet. Das gesamte Camp wurde zerstört, Equipment und Medikamente gestohlen und aus dem Dorf wurden mehrere Menschen entführt, die zum Teil erst nach Monaten zurückkehren konnten.

Trotz dieses Tiefschlags haben sich das Projekt und die Menschen vor Ort dazu entschlossen, die Station wieder aufzubauen, um den Schutz der Okapis weiter voranzutreiben. Der Berliner Zoo unterstützt dieses Vorhaben tatkräftig durch finanzielle Beiträge.