Zoo-Delegation reist nach Peking

Heute reisen Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem, der zoologische Leiter Dr. Ragnar Kühne sowie der Geschäftsführer des Architekturbüros dan pearlman Erlebnisarchitektur Kieran Stanley nach Peking. Ziel der Reise sind erste Gespräche über den Umzug von einem Pandabären-Pärchen nach Berlin.

Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Staatsbesuch in China im Oktober 2015 bereits angekündigt hat, wird der Zoo Berlin wieder Pandas bekommen. Seither laufen die Planungen für eine neue großzügige Panda-Anlage auf Hochtouren. Für das Bärenpaar wird gemeinsam mit den erfahrenen Architekten von dan pearlman ein artgerechtes sowie naturnahes Zuhause für die sympathischen Artenschutzbotschafter - die Großen Pandas - geschaffen.

„Wir hoffen, dass wir noch in diesem Jahr den ersten Spatenstich für die neue Panda-Anlage realisieren können, sodass wir schon im kommenden Jahr die Bären nach Berlin holen können“, freut sich Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem. „In Peking werden wir mit den chinesischen Behörden abstimmen, welche Tiere wir erhalten werden und vor allem wann wir die Pandas nach Berlin holen können.“

Der Zoo Berlin verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Haltung von Pandas.

Angelehnt an die Architektur des ehemaligen chinesischen Musik-Pavillons soll auf dem derzeitigen Hirsch-Areal die neue Heimat der beiden Bären entstehen.

Im Anschluss an den Pekingaufenthalt schaut sich die Zoo-Delegation in Seoul die neue Panda-Anlage der Architekten von dan pearlman an. Diese Anlage wurde am 21. April 2016 neu eröffnet.

Am 5. November 1980 traf das erste Panda-Pärchen Bao Bao und Tjen Tjen – 1978 in China geboren – als Staatsgeschenk des chinesischen Regierungschefs Hua Guofeng an Bundeskanzler Helmut Schmidt in Berlin ein. Nach dem Tod von Pandadame Tjen Tjen, zu Deutsch „Himmelchen“, im Februar 1984 lebte Bao Bao (dt. „Schätzchen“) zunächst als Junggeselle in der Hauptstadt.

Im April 1995 kam Yan Yan, „die Schöne“, als Leihgabe aus Peking in den Zoo Ber-lin. Vor den Toren des Zoos bildeten sich Menschenschlangen, alle wollten die neue Herzdame an Bao Baos Seite in der Hauptstadt begrüßen. Für niedlichen Panda-Nachwuchs sollten die zwei fortan sorgen, doch der erhoffte Babysegen blieb, trotz vieler Versuche, bis zuletzt aus. Am 26. März 2007 verstarb „die Schöne“ im Alter von 22 Jahren an einer Darmverstopfung.

Am 22. August 2012 fand auch Bao Bao im hohen Alter von 34 Jahren seine letzte Ruhe. Bis dahin war der stolze Bär der älteste männliche Panda der Welt.

Bis Sommer 2015 war Yan Yan an der Seite ihres Gefährten Bao Bao (1978 - 2012) in der Sonderausstellung „PANDA“ im Museum für Naturkunde Berlin zu bestaunen – ein gebührender Abschied für die beiden Zoo-Lieblinge.

Pandas zählen zur Familie der Großbären. Einst erstreckte sich ihr Lebensraum vom Nord-Osten Chinas bis nach Myanmar und Vietnam. Heute findet man die Pflanzen-fresser lediglich in den lichten Laub- und Nadelwäldern der chinesischen Bergregionen rund um die Provinzen Sichuan, Shaanxi und Guanzu. Wie die letzte große Pandazählung zeigt, leben 2014 mindestens 1.864 Tiere in freier Wildbahn, das sind 17% mehr als noch 2004 (laut SFA, der staatlichen Forstbehörde Chinas). Trotz aller Schutzbemühungen ist das Überleben der Tiere in freier Wildbahn noch immer nicht gesichert – vielmehr wird der Große Panda als „stark gefährdet“ in der Roten Liste für bedrohte Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN) eingestuft.

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