Parmakänguru Baby

Die Parma-Kängurus haben Nachwuchs

Ab nach Australien! Im Zoo Berlin können sich Besucher wie im australischen Outback fühlen. Über eine Holzbrücke gelangt man ganz leicht auf den Roten Kontinent. Und nach Südamerika. Aber da wollen wir ja nicht hin - zumindest nicht heute. Heute reisen wir nach Australien, auf Känguru-Expedition. Dort gibt es nämlich Nachwuchs!


Neben den Roten Riesenkängurus leben hier die winzigen Parma-Kängurus. Die werden auch Parmawallabys genannt und gehören zu den kleinsten Vertretern der Kängurus. Gerade einmal 50 cm messen erwachsene Tiere. Die Babys sind noch winziger und sehen schon fast nicht mehr wie Kängurus aus. Zur Zeit leben drei Babys im Zoo Berlin.

Lange Geburt: Erst in den Beutel, dann aus dem Beutel

Etwa 30 Wochen hat es gedauert bis unsere zwei kleinen Parma-Kängurus nach ihrer Geburt ihren ersten großen Sprung riskierten: bei strahlendem Sonnenschein ging es im Mai ohne Umwege aus Mama Sannes und Mama Anouks schützendem Beutel auf tapsig-torklige Entdeckungstour.

Bereits die zweite für die kleinen Wallabys. Nach ca. 35 Tagen im schützenden Bauch ihrer Mütter bahnten sie sich bereits vor 7 Monaten – gerade einmal so groß wie ein Gummibärchen, rosa, nackt und kein Gramm schwer – den Weg über das Bauchfell in Mamas Beutel. Gut geschützt, fest an die Milchzitzen von Sanne und Anouk gesaugt, konnten unsere kleinen unbeobachtet zu fröhlich frischen Mai-Kindern gedeihen.

Neugierige Beuteltiere

Ausgesprochen interessiert erkunden die zwei seither ihre neue Heimat – stoppen hier und da, beobachten das Treiben ihrer Familie und genießen die ausgiebigen Pflegeeinheiten der fürsorglichen Mütter Sanne und Anouk. Wenn das keine gelungene Begrüßung für unsere Zoo-Neulinge ist!

Die Familienplanung geht weiter

Beide Känguru-Mamas sind wohl auf und freuen sich unterdessen wahrscheinlich schon auf ihren nächsten Nachwuchs. Kurz nach der Geburt paaren sich Parma-Kängurus erneut. Und sind die Jungtiere  von der Mutter entwöhnt, wächst bereits ein weiterer kleiner Embryo in ihr heran. Wahre Baby-Spezialisten, unsere süd-ost-australischen Wallabys.

Vom Aussterben bedroht

Lange Zeit hielt man die Parma-Kängurus für ausgestorben. Feind war ausnahmsweise nicht der Mensch, sondern der invasive Rotfuchs. 1965 entdeckte man, dass eine Kolonie der Kängurus auf Neuseeland überlebt hatte. Die Tiere wurden 1870 durch den damaligen Gouverneur auf der neuseeländischen Kawau-Insel ausgesetzt.

Dieser war zuvor in Südafrika und Australien stationiert gewesen und hatte von dort verschiedene Tierarten, darunter auch Zebras, Antilopen, Hirsche, zwölf Beuteltierarten und alle möglichen Vögel mitgebracht, die er auf der Insel freiließ. Das führte zu einer ökologischen Katastrophe. Die meisten ausgesetzten Tierarten starben wieder aus, von den Beuteltieren überlebten fünf, darunter das Parmakänguru. Nach ihrer Wiederentdeckung wurden die wertvollen Tiere zurück nach Australien gebracht und rund 300 Tiere an Zoos abgegeben. Heute gelten sie laut IUCN (Verlinken) noch immer als potentiell gefährdet, der Bestand ist aber stabil.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Wer die Kängurus bei ihren Sprüngen beobachten will, sollte so früh wie möglich in den Zoo kommen. Da die Parma-Kängurus dämmerungsaktive Tiere sind, verstecken sie sich tagsüber unter Bäumen und Büschen. Morgens und am späten Nachmittag sind die am aktivsten.

Mama und Baby Känguru
Mama und Baby Känguru

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Anneliese Otto 05. September 2016
Ich bin schon länger auf der Suche nach einem Parmakenguru Pärchen, jetzt gehe ich bald in Pension und möchte mir diesen großen Wunsch erfüllen, wissen sie vielleicht wo man ein Pärchen bekommen könnte.
M.f.Grüßen
Anneliese Otto