Sind Katzen gute Politiker?

„Da ward die Prinzessin mit dem Grafen versprochen, und als der König starb, ward er König, der gestiefelte Kater aber erster Minister.“

Ein Kater macht einen armen Müllerssohn zum König und wird sein Minister. Mit List, Skrupellosigkeit und Einfallsreichtum verschafft er einem einfachen Mann zum höchsten politischen Amt und erweist sich selbst als guter Stratege mit einem Talent zur Beeinflussung anderer.

Tierische Autokratie
Können wir also davon ausgehen, dass Katzen – groß oder klein – ein gutes Gespür für Macht und Führung haben? Um die Regelung des Gemeinwesens von Katzen zu analysieren, schaut man sich am besten die sozialste aller Raubkatzen - die Löwen - an. Sie fühlen sich in der Gruppe wohl und leben deshalb in großen Rudeln zusammen, in denen sie einander Schutz gewähren und Aufgaben einer Gesellschaft miteinander teilen. Weibliche Löwen beweisen bei der Nahrungsbeschaffung Mut, Taktik und Teamgeist, dem stärksten Männchen steht dann das beste Stück zu. Erst wenn der Patriarch satt ist, dürfen sich die anderen Familienmitglieder bedienen.

Brutale Machtübernahme
Klare Hierarchien sind die Grundgesetze der Löwen, dabei ähnelt ihre Regierungsform eher einer Diktatur als einer Monarchie. Junge Männchen werden als mögliche Rivalen aus der Familie vertrieben, bevor sie aufmüpfig werden. Diese Junggesellen streifen oft jahrelang umher, bevor sie ein eigenes Rudel erobern. Bei der Machtübernahme zeigen sich die Männchen durchsetzungsstark und skrupellos: Das männliche Familienoberhaupt wird entweder vertrieben oder im direkten Kampf besiegt. Das Prinzip: Der Stärkste gewinnt - nicht in demokratischen Wahlen, sondern mit purer Muskelkraft. Hat sich ein neuer Herrscher durchgesetzt, tötet er häufig den Nachwuchs seiner Vorgänger. Auf diese Weise sind die Weibchen schneller wieder paarungsbereit und der neue Anführer kann seine Gene verbreiten.

Fazit: Charaktere, die in tierischen Autokratien funktionieren, sind nach unserem heutigen Politikverständnis wenig erstrebenswert!

Kommentar verfassen

* Pflichtangaben

Kommentare

Keine Kommentare