Muss ich Angst vorm bösen Wolf haben?

"Aber, Großmutter, was hast du für ein entsetzlich großes Maul!" - "Dass ich dich besser fressen kann!"
Listig ist der Wolf in Märchen, ob er sich Mehl auf die Pfote streut, in die Kleider alter Damen schlüpft oder ein Stück Kreide frisst, um mit lieblicher Stimme, die Mutter Ziege zu imitieren – er scheint ein trickreicher Meister der Täuschung.

Rückkehr nach Deutschland
Als der erste Wolf wieder auf deutschem Boden gesichtet wurde, sorgte dies bei Umweltschützern für Begeisterung. Doch auch Angst und Sorge machten sich in der Bevölkerung breit.  Zu präsent waren in den Köpfen der Deutschen die furchterregenden Erlebnisse von Rotkäppchen und den sieben Geißlein. Nachdem der Wolf mehr als 150 Jahre lang als ausgestorben galt, leben inzwischen wieder etwa 40 Wolfsrudel in Deutschland. Seit der ersten Ankunft der Wölfe auf deutschem Boden hat sich die Angst vor den wilden Verwandten unserer Haustiere inzwischen gelegt. Umweltorganisationen wie der NABU sind um Imagewerbung bemüht, denn so böse wie der Menschfresser in den Grimmsch’en Geschichten dargestellt wurde, ist er überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil: Wölfe sind scheu und meiden den Menschen – aus gutem Grund, denn wir gelten als sein größter Feind.  Deshalb ist es schon ein echter Glücksfall, einen Wolf in freier Wildbahn beobachten zu können.

Intelligente Jäger
Doch einen Funken Wahrheit enthalten die Geschichten schon: Bei der gemeinsamen Jagd auf große Beute hat das Rudel eine ausgeklügelte Strategie, die sie zu erfolgreichen Jägern macht – man kann sie also durchaus als intelligent bezeichnen. Durch die clevere Organisation im streng hierarchisch angeordneten Rudel können Wölfe Tiere erbeuten, die ein Vielfaches ihres eigenen Körpergewichtes haben, wie beispielsweise Elche. Mit dieser Taktik haben die Wölfe gegenüber Einzelgängern wie Füchsen einen enormen Vorteil.

Fazit: Rotkäppchen müssen keine Angst vor Wölfen haben, Geißlein allerdings schon!

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