Ein Blick in die Gartenabteilung des Zoos

Die Sonne scheint, die Pflanzen sprießen und die Berliner mutieren zu Frischluft-Junkies. Im Tiergarten wird geradelt, gespielt, gesonnt und der Frühling verwandelt die grüne Lunge der City West in ein blaues Blumen-Meer. Auch nebenan treibt die Natur es bunt – und das nicht zuletzt weil die Zoo-Gärtner täglich im Einsatz sind, um Blütenpracht und sattes Grün richtig zur Geltung zu bringen.

Keine Tiere ohne Pflanzen

Bei einem Zoobesuch stehen eindeutig die Tiere im Vordergrund, doch unbewusst spielt auch die Landschaft in der sie leben eine wichtige Rolle. Nur wenn sowohl die Tiere als auch die Pflanzen wohl genährt und voller Lebenskraft sind, ist der Zoobesuch ein rundum zufriedenstellendes Erlebnis. Das Team der Gartenabteilung umfasst 24 Mitarbeiter, darunter Experten für Bäume, Zierpflanzen oder Holzarbeiten.

Wir haben den Frühlingsbeginn zum Anlass genommen, um einen Blick hinter die Kulissen der Gartenabteilung zu werfen. Stefan Neitzel ist seit 17 Jahren für das Wohlergehen der unzähligen Blumen, Stauden, Sträucher und Bäume im Zoo Berlin verantwortlich. Wir haben ihm ein paar Fragen zu seiner Arbeit gestellt.

Interview

Herr Neitzel, Sie arbeiten seit März 2000 im Zoo Berlin, was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit in der Gartenabteilung am meisten?
Ich mag die Vielfalt der Teammitglieder: Wir haben Landschaftsgärtner, Zierpflanzengärtner, Hilfsarbeiter, aber auch Tischler, die für Holzarbeiten wie die Ausbesserung von Zäunen zuständig sind.
Hat jeder einen festen Arbeitsbereich oder wechseln die Aufgaben?
Grundsätzlich sind wir in drei Bereiche eingeteilt: Die Zierpflanzengärtner gehen in die Häuser, also bei den Flusspferden, Welt der Vögel, Raubtierhaus, usw.. Die Müllfahrer sind im Zoo unterwegs und kümmern sich um die Leerung von Mülleimern und Sauberkeit. Der Bautrupp ist zuständig für kleinere Bauprojekte. Bei den vielen großen Baustellen, die wir aktuell haben, kann es da aber schon mal zu Umverteilungen kommen. Grundsätzlich sind wir alle sehr vielseitig. Man muss auch mal woanders Aushelfen und Springen, wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird. Ausnahmen sind da nur Spezialaufgaben wie zum Beispiel das Baumkataster oder wenn es um Aufgaben geht, für die man einen besonderen Schein oder ähnliches braucht. Ich habe zum Beispiel einen Schein für Arbeiten im Baum, wenn man Totholz entfernen muss oder Baumfällungen, deshalb werde ich hauptsächlich dort eingesetzt.
Wie sieht ein normaler Arbeitstag für Sie aus?
Mein Arbeitstag beginnt um 6:30 Uhr. Wir treffen uns im Aufenthaltsraum auf dem Wirtschaftshof, wo die Aufgaben für den Tag verteilt werden. Danach geht es in die Garage, jeder holt die Werkzeuge, Fahrzeuge und was immer für den Tag gebraucht wird und dann geht’s raus, jeder zu seinem Einsatzort. Um 10 Uhr ist dann kurze Frühstückspause, danach geht es wieder raus an die Arbeit. Um 12:45 Uhr ist dann Mittagspause. Einige Essen im Zoorestaurant, manche gehen raus, andere bringen sich ihr Essen selbst mit. Um 15:30 Uhr haben wir dann Feierabend.
Welche Jahreszeit ist Ihnen am liebsten?
Der Frühling! Nach dem Winter geht die Blüte los und alles, worauf man im Herbst hingearbeitet hat - Zwiebeln stecken und so weiter - wird zum Saisonstart endlich sichtbar.
Was sind typische Tätigkeiten, die in den verschiedenen Jahreszeiten jeweils anfallen?
Im Frühling sind es hauptsächlich Neupflanzungen von Bäumen, Sträuchern und Stauden. Im Sommer fallen allerlei Bauarbeiten und Erneuerungen von Beeten an. Wie auch im restlichen Jahr wird insbesondere im Sommer viel gewässert, Rasen gemäht, das Unkraut beseitigt und Gehege werden für bessere Einblicke frei geschnitten.

Im Herbst steht das Zwiebelstecken für‘s Frühjahr an und die Vorbereitung von Pflanzflächen. Eine sehr zeitaufwändige Arbeit ist im Herbst auch das Laubentfernen. Das ist die Arbeit, die ich am wenigsten mag. Im Winter sind wir mit Rodungsarbeiten beschäftigt und damit, Totholz aus den Bäumen zu Entfernen. Je nach Wetterlage kommt im Winter dann auch der Schneedienst und das Streuen von Split und Sand dazu.
Verraten Sie uns noch, wie es bei Ihnen Zuhaus aussieht? Ist ihre Wohnung ein grüner Dschungel?
Ich habe Fensterkästen mit Sommerblumen wie Garanien oder im Frühling Stiefmütterchen. Zimmerpflanzen habe ich nicht viel, eigentlich nur ein wenig Grünes. Das liegt daran, dass ich auf der Nordseite wohne, wo nicht allzu viel Licht ist.
Die letzte Frage: Haben Sie eine Lieblingspflanze?
Ich find‘ das Edelweiß und den Enzian toll. Die gibt’s in Berlin selten und bei uns im Zoo wachsen sie passenderweise direkt neben den Murmeltieren.
Herzlichen Dank für den Einblick in Ihre Arbeit und einen guten Start in die Saison!

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Kommentare

05.05.2017Manfred

Naja sehe ich anders

05.05.2017alex

Das ist ein Test.