Neue Futterautomaten bei den Menschenaffen im Zoo Berlin

Mit dem Essen spielt man nicht – oder doch?

Gorilla-Männchen Ivo erprobt die neue Stocherbox im Zoo Berlin

Da staunt Gorilla-Männchen Ivo nicht schlecht: Was steht denn da für ein eckiges Ding in seinem Revier? Es sieht aus wie ein Baumstamm –  doch irgendwie anders. Was Ivo noch nicht weiß: Der neue Baumstamm ist kein Baumstamm. Sondern ein Futterautomat – eine so genannte Stocherbox. „Stocherboxen sind stabile Kisten mit zwei transparenten Außenwänden. Im Inneren befinden sich, löchrige Schubladen, wobei auf der obersten über eine automatisch gesteuerte Box Futter bereit gestellt wird“, erklärt  Zoo-Tierarzt André Schüle.  „Die Tiere müssen sich Werkzeuge basteln, um die Naschereien durch alle Schubladen nach unten zu manövrieren.“

Neugierig nähert sich Ivo dem Futterautomaten und begutachtet den Reviereindringling. Der sieht seltsam aus, duftet aber lecker nach Möhrchen und Pellets. Damit sind Hunger und Neugierde geweckt! Intuitiv packt der kräftige Silberrücken den Futterspender und rüttelt erst einmal kräftig daran. Nichts passiert. Nochmal! Doch das Futter bleibt hinter Glas. Nach kurzem Überlegen schnappt sich der Silberrücken einen Zweig und stochert konzentriert nach den Leckereien.  Er tut sich ein wenig schwer aber irgendwann hat er den Bogen raus – die Snacks fallen in seine Hand. Zufrieden kaut Ivo sein erobertes Futter.

Schimpanse Karl mit der neuen Futterbox im Zoo Berlin

Dieses Bild ist seit einigen Tagen bei allen Menschenaffen im Zoo Berlin zu beobachten. Dank der Marie-Luise-Below Stiftung  sorgen fünf nagelneue Futterboxen für Spiel und Spaß bei den Bonobos, Schimpansen, Gorillas und bei den Orang-Utans. Während Letztere die Futterboxen in Windeseile leeren, sogar den Mund benutzen, tun sich die Gorillas vergleichsweise schwer. Eins haben aber alle gemeinsam: Kaum ist die Box geleert, können sie den Nachschub kaum erwarten.

Die Futterboxen mit dem besonderen Kniff

Doch der lässt auf sich warten. Die Futterboxen besitzen eine integrierte Zeitschaltuhr, die nicht vorausahnen lässt, wann die nächste Portion freigegeben wird. Bis zu 12 Portionen können so täglich ausgegeben werden, ohne dass ein Tierpfleger die Anlage betreten muss. Ein großer Spaß für die Affen – und eine Erleichterung für die Pfleger. Die müssen nur morgens einmal auffüllen und die Zeiten festlegen. Den Rest macht die Futterbox. Und natürlich die Tiere.

Stocherboxen sind wichtiges Behavioural enrichment

Das Beschäftigungsprogramm dient nicht nur der Unterhaltung der Tiere. Es trägt außerdem zur Gesundheit der Tiere bei und bietet ihnen immer neue Reize, die sie fordern und fördern. Dieses so genannte „Behavioural enrichment“ - ist in der modernen Tierhaltung ein wichtiger Arbeitsbereich, der viele Faktoren von der Gestaltung und Ausstattung der Gehege über Fütterungen oder gemeinsame Haltung verschiedener Tierarten und Sozialkontakte bis hin zu speziellem Spielzeug umfasst.

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Magda Piechocci 27. April 2016
Eine wunderbare Sache, dieser "Stocherkasten". Habe ihn schon immer prima gefunden, aber mit Zeitschaltuhr ist total optimal!
Weiterhin viel Spass und "Überlegungen" wünsche ich allen großen und kleinen Affen.
Übrigens: ich LIEBE Ivo!!! Ein toller Kerl!
Mutlu Cicek 30. Oktober 2015
Ich war letztens bei euch im Zoo und war echt überrascht wie schön der Zoo ist, ich war gerne dort, es ist eine echt super Familienveranstaltung.

Das Essen dort hat auch sehr gut geschmeckt, die Tiere sehen alle glücklich aus, nicht so wie in manch anderen Zoos.

War ein sehr schöner Tag, danke dafür.